Bilder und Berichte 2011
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Karibik, November - Dezember 2011
30.12.2011 - 02.01.2012 Dominica, Inseltour und Neujahr auf Dominica
Am 30. Dezember verlassen wir Marie-Galante und segeln bei starken Winden (5-6 Bf) und beachtlichen Atlantikwellen (3m, 7 Sek.) nach Dominica. Einige
kurze Regenschauer ergaben kurzfristig noch ein paar zusätzliche Böen. Mit dem Grosssegel im Reff 2 und der Genua machen wir gute Fahrt (im Mittel 8 Kn, Spitz war 9.4 Kn).
Der Katamaran der mit uns abgelegt hat, konnten wir knapp einholen und waren dann einige 100m vor ihm in der Bucht. Wir ankern auf 4m im Sand und haben
genügend Raum um genug Kette zu stecken (30m). So liegen wir auch bei den sehr häufigen aber kurzen Regenfronten mit starken Böen immer sicher.
Nach dem Einklarieren machen wir einen Rundgang im Ort Portsmouth und organisieren auch gleich die Inseltour für den 31. Dezember. Der junge Tourführer Rob
macht seinen Job sehr gut. Er informiert uns ausgiebig über die Insel, die Tiere und vor allem die Pflanzen. So halten wir mehrmals am Strassenrand und
staunen was die Natur hier so üppig gedeihen lässt. Wir riechen unter anderem an Lemongrass, probieren süsse Grapefruits und eine frische Kokosnuss, ja
wir lutschen sogar an frischen Kaffeebohnen. Dann probieren wir bei einem einfachen Bäcker am Strassenrand das Fladenbrot aus Maniok und sind überrascht, dass
es uns noch schmeckt - könnte auch daran gelegen haben, dass sie ganz leicht gesüsst waren.
Die Ureinwohner der Karibik, die Karibik-Indianer, haben hier auf Dominica ein Reservat. Sie sind die letzten direkten Nachkommen und verwalten ihr Gebiet
autonom. Schon an den Gesichtern lässt sich der Unterschied deutlich erkennen - sie erinnern uns eher an Indios die wir in den Anden sahen.
Am Nachmittag besuchen wir den Emerald-Pool und Barry und ich lassen uns vom kalten Wasser nicht abschrecken! Aber sooo kalt war es dann doch nicht...
28. - 29.12.2011 Guadeloupe, Insel Marie-Galante
Die runde Insel Marie-Galante hat auf der Westseite (vor Saint Louis) einen recht offenen Ankerplatz, der aber sehr ruhig war. Einfaches Ankern auf
Sand mit langsam und gleichmässig abnehmender Wassertiefe. Das Wasser war sehr klar und ein Seestern konnte abgelichtet werden...
Da wir von hier aus Guadeloupe (Frankreich) verlassen, wollten wir im Ort ausklarieren, was aber anscheinend nur im Hauptort im Süden geht. Mit dem
öffentlichen Bus fahren wir also in den Süden. Bei dieser Gelegenheit inspiziere ich auch gleich den Hafen. Der Hafen besteht nur aus einer kreisrunden
Schutzmauer (gegen die Wellen). Innerhalb kann geankert oder eine Boje gemietet werden. Der Ankerplatz vor dem Wellenbrecher ist trotz des Riffes sehr
unbequem - die wenigen Yachten rollen hin und her. Im Nachhinein würden wir es nächstes Mal wieder so machen: vor Saint Louis ankern und den Bus nehmen.
26. - 27.12.2011 Guadeloupe, hinter dem Riff am Strand von St. Anne
Nicht in unserem Revierführer, aber dafür in einem Faltblatt von Guadeloupe wird dieser Ankerplatz bei Saint-Anne erwähnt. Die vorgelagerten Riffe schützen
vor den Wellen und der Badebetrieb (Club Med) bietet Holiday-Feeling! Die Jet-Skis fahren im Riff langsam und stören nicht. Der Ankerplatz ist jedoch
bei Hochwasser etwas rollig, da die grössten Wellen das Riff teilweise überspülen und das Schiff etwas schaukeln lassen. Es ist ein sicherer Ankerplatz, aber
nach zwei Tagen haben wir vom Schaukeln in der Nacht genug und setzen mit einer offenen Kreuz nach Marie-Galante über.
25. - 26.12.2011 Guadeloupe, Ile de Gosier
Die hohen Wellen der letzten Tage (bis 4 Meter) lassen nach und wir haben den Hafen und die Bucht von Pointe-à-Pitre verlassen. Gleich ausserhalb
liegt eine kleine Insel vor dem Ort Gosier. Der Ankerplatz ist nicht schlecht, jedoch war der im Prospekt angepriesene Schnorchelpfad ein
Reinfall. Das trübe Wasser könnte ja noch von den Wellen der Vortage her rühren, jeoch waren kaum Fische oder anderes zu sehen. Das Riff teilweise
beschädigt (von Besuchen und vielleicht auch von den Ankern der kleinen Motorboote die den abgesperrten Bereich teilweise einfach missachteten)....
Schnorchelpfad: nicht sehenswert. Der Besuch der kleinen Insel per Beiboot und der kurze Weg zum Leuchturm brachte Abwechslung, obwohl der Leuchtturm
schon bessere Zeiten gesehen hatte... verostet und voll Graffiti-Schmierereien.
23.12.2011 Guadeloupe, Musée du Rhum
Auf dem gleichen Ausflug stoppten wir als erstes beim Musée du Rhum. Naja... Die Zusatzaustellungen über Schmetterlinge und Käfer sowie die Modelschiffe
haben es dann doch noch herausgerissen. Übrigens war das Fotografieren hier strengstens verboten... konnte also nur die kleine Pocket-Kamera benutzen.
Das einzige legale Bild hier ist das Erste (Hauswand von aussen);-))
23.12.2011 Guadeloupe, Besuch Jardin Botanique
Cristina und Barry sind am 22. Dezember per Flugzeug via Paris angekommen und verbringen nun 18 Tage mit uns. Wir mieten gleichtags noch ein Auto und
sind für unserere Inseltour bestens gerüstet.
Wir fahren in die Nordwest-Ecke von Basse-Terre (linker Inselteil) und besuchen kurz die Ortschaft Deshaies (Lunch-Time). Nach leichtem Regenfall scheint nun die
Sonne und wir besuchen den "Jardin Botanique". Der Tipp kam von SUNBURNT und wir können nur bestätigen: Super dieser Garten!
21.12.2011 Guadeloupe, Schablonen für Fensterabdeckungen werden erstellt
Da wir nun einige Tage zu früh hier sind, haben wir genug Zeit um Geld in die Wassersportindustrie zu investieren. So lassen wir den UV-Schutz unserer alten Genua erneuern
resp. verbessern, bestellen noch eine neue Genua, lassen unsere Sprayhood reparieren und nehmen Mass für neue Festerabdeckungen.
Diese sollen unsere Fensterfugen vor der Sonne schützen und die Wärmeentwicklung durch die Scheiben mit einem Netz reduzieren. Diese Abdeckungen werden bis
am 8. Januar produziert. Da unsere Gäste am 8. Januar wieder von hier zurück fliegen werden passt das wunderbar.
PS: Die Zeit der schwachen Winde und kaum Welle ist jetzt vorbei. Es drohen Starkwinde und Atlantikwellen bis 4m - wir warten lieber noch etwas und machen eine Inseltour (mit dem Auto).
17.12.2011 Guadeloupe, Stadtausflug
Zuerst wollten wir den Bus nehmen, sind aber dann doch zu Fuss die 2 - 3 km in die Stadt spaziert. Auf dreckigen Strassen, vorbei an ärmlichen Hütten erreichen
wir die Innenstadt. Das Zentrum ist ebenfalls nichts Sehenswertes. Am interessantesten ist noch der Fisch- und Gemüsemarkt. An vielen Ecken riecht es nach Urin
und es ist einfach ungepflegt. Die Einheimischen sind recht freundlich und wir fühlen uns immer sicher.
16.12.2011 Guadeloupe, Marina
Zum Einklarieren (Einreise) kann man im Marinebüro einen PC benutzen. Die Selbstdeklarierung geht schnell und einfach. Den Stempel kriegt man vom Personal
der Marina gleich am Desk - und das alles ohne die Angeben anhand der Schiffspapiere oder den Pässen zu kontrollieren. Es interessiert hier niemanden ob das
alles auch stimmt!
Da wir nun aber schon mal hier sind fragen wir nach dem Marinekonditionen. Nach 10 Tagen sinken die Preise etwas und wir wollten ja noch das Schiff polieren und
andere Dinge hier in Auftrag geben. Für nur rund 25 Euro pro Nacht buchen wir die Zeit bis unser Besuch kommt und haben unendlich viel Strom und Wasser. Die
Marina hat auch saubere Duschen und günstigeWaschmaschinen/Tumbler.
15.12.2011 Guadeloupe, Ankerplatz vor der Marina
Bei langer Atlantikdünung und null Wind motoren wir vorbei an den «Illes les Saintes» und fahren ins Zentrum der Schmetterlingsinsel. Vor der
Marina lassen wir den Anker in dunkelbraunem, dreckigen Wasser fallen und gehen heute nicht mehr von Bord. Der Ankerplatz umfasst auch einige Bojen und liegt
direkt an der Einfahrtsschneise der Grossschifffahrt die für den Güterumschlag weiter in die Bucht einfahren. Das gibt einige Wellen, aber zum Glück
fahren kaum Schiffe in der Nacht rein und raus. Aus nächster Nähe kommen Kreuzfahrtschiffe, Schnellfähren und Tanker an uns vorbei.
14.12.2011 Dominica, eine Nacht in der Prince Rupert Bay
Wir laufen mit Q-Flagge
ein, ankern auf 5 Meter Sand und bleiben an Bord. Schon nach dem Früstück wird der Anker gelichtet und die Q-Flagge wieder geborgen. Wir haben
nicht einklariert, sind also nicht offizell eingereist und kommen dann mit Cristina und Barry wieder um die Insel zu erkunden.
13.12.2011 Martinique nach Dominica, grosse Tagesdistanz mit Start um 06:10 Uhr
Bei Tagesanbruch verlassen wir den Ankerplatz und fahren zuerst unter Motor, später unter Segel die Westküste von Martinique hoch. Als wir die
Inselabdeckung im Norden verlassen wurden die Wellen grösser. Zum Glück waren die ca. 2m Wellen langgezogen und wir hatten genügend Wind
um das Schiff stabil segeln zu können. So ergab sich trotz den beachtlichen Wellen von schräg vorne noch eine recht angenehme Fahrt. Schon fast 50
Seemeilen unterwegs, war uns klar, dass wir unser Tagesziel ganz im Norden-Westen von Dominica noch bei Tageslicht gut erreichen können.
09.12.2011 Martinique, Fort-de-France
Nachmittags am 9. Dezember erreichen wir unseren Ankerplatz vor Fort-de-France. Wir bleiben einige Tage und füllen unsere Kühlschränke. Auch nutzen wir wieder
den uns schon bekannten Waschsalon.
Ursprünglich wollten wir die lange Etappe bis zur Prince Rupert Bay aufteilen. Da aber die Windprognose bald einen ungünstigen Nord-Nord-Ost Wind
prophezeite, beschlossen wir möglichst schnell nach Norden weiter zu ziehen um noch vor dem NNO-Wind anzukommen.
09.12.2011 St. Lucia nach Martinique, Segeln unter schönsten Bedingungen
Für die Überfahrt von St. Lucia nach Martinique nutzen wir den leichten Ost-Süd-Ost-Wind. Da die letzten Tage sehr windarm waren, hat sich das Meer beruhigt.
Für unsere Fahrt gegen die vorherrschenden Wellen und Winde ist das optimal und wir konnten einen herrlichen Segeltag geniessen! Nur die letzen Seemeilen
mussten wir motoren, denn in der Abdeckung der Insel hatte es keinen Wind mehr. Dazu überraschte uns noch ein starker Gegenstrom, der unsere Fahrt zeitweise
von 6.5 Knoten auf unter 3 Knoten Fahrt reduzierte!
PS: Die Yacht DANTES (siehe Text zu ARC weiter unten) hatte keine Havarie. Constantin erzählte uns nach der Ankunft, dass die Crew einstimmig beschlossen hatte die ganze Regatta zu segeln. Als
der Wind ganz schwach wurde, haben sie die letzten Tage ausgesessen. Sie kamen zwar dann nicht mehr als erste ihrer Klasse ins Ziel, gewannen aber die Regatta,
da die Konkurrenz einen Zeitzuschlag für die Strecken unter Motor erhielt. Constantin hatte das natürlich im Voraus schon lange errechnet;-)
06. - 09.12.2011 St. Lucia, Rodney Bay, Ankunft einiger ARC-Teilnehmer
Nach dem langen Tagesschlag von über 70 Seemeilen gönnen wir uns hier ein paar Tage bis zur Weiterreise nach Martinique. In Bequia haben wir um
03:50 Uhr den Anker gelichtet und sind unter Motor (Windverhältnisse wie im Sommer auf dem Zürichsee!) los. In stockfinsterer Nacht haben wir uns
aufgemacht und mussten aufpassen, dass wir nicht eine der vielen, fast unsichtbaren Bojen in den Propeller bekamen.
Einerseits waren wir froh über die schwachen Wind, denn so hatten wir keine grossen Wellen zwischen den Inseln (Bequia bis St.Vincent und St. Vincent bis St. Lucia).
Andererseits waren die Winde wiederum so schwach, dass an Segeln nicht zu denken war - wir mussten die ganzen 71 sm motoren. Doch wir konnten während dieser Fahrt
unseren Wassermacher laufen lassen und so den Wassertank bis obenhin füllen! Nach 11 Stunden liefen wir
in die Rodney Bay ein und konnten noch am gleichen Tage ein- und ausklarieren (wenn man nur bis 3 Tage bleibt ist im gleichen Prozedere auch gleich die
Ausreise möglich).
Die ARC (Atlantic Rally for Cruisers) hat in dieser Bucht das Ziel. Wegen den sehr unterschiedlichen Schiffen, laufen nun Tag und Nacht
Teilnehmer ein und beenden ihren Transatlantiktörn. Heute Nachmittag (08.12.) wird voraussichtlich auch Constanin Claviez mit der DANTES (Swan 48) einlaufen.
Wir sind mit ihm schon gesegelt (Herbst 2008 Lissabon bis Grand Canaria und Philippe auch Schwerwettertraining in der Nordsee März 2001). Er hat bis gestern seine
Kategorie angeführt, ist jetzt aber sehr langsam unterwegs und musste die Führung abgeben. Er ist so langsam, dass wir vermuten, dass er eine Havarie hatte(?).
Gestern Abend haben wir per Zufall James und Lesley von der COBA LIBRE (HR 38) wieder getroffen und haben spontan mit ihnen den ganzen Abend verbracht.
Wir trafen dieses Paar (er von England und sie von Australien) das erste Mal in Mahon (Menorca)! Nach einer 9-monatigen Pause (Geld verdienen als Crew auf einer Oyster 54)
segeln sie wieder mit dem eigenen Schiff in den nächtsten Tagen Richtung Nord - möglicherweise treffen wir sie nochmals in den BVI's oder so.
Den 3-Jahres-Service der Rettungsinsel haben wir kurzfristig in Auftrag geben können.
06.12.2011 Bequia, Kurzbesuch im Hauptort
Zwischen den Regenschauern gab es immer mal wieder sonnige Abschnitte. So waren wir mehrmals im Hafen-Dörfchen um einzukaufen und zum Ausklarieren (Ausreisen).
02. - 06.12.2011 Bequia, Zwischenstopp beim "Guafför" Pipo
Nach 19 Monaten endlich wieder eine praktische Frisur!
30.11. bis 02.12.2011 Tobago Cays, Ausruhen und ans Seglerleben gewöhnen
Nach einem langen Segeltag erreichen wir Clifton Harbour. Wir sind direkt von der Prickly Bay (Grenada) her gekommen. Einklarieren hier am Flugplatz
auf Union (St. Vincent und die Grenadinen). Die ungewohnt leichten, aber dafür drehenden Winde machen es uns nicht einfach hinter dem Riff zu ankern.
Tags darauf wechseln wir in die Tobago Cays (1.5 Std Fahrtzeit) und ankern wie alte Hasen in diesem uns bereits schon sehr bekannten Marinepark.
Die Kette ist von den 14 Tagen Prickly Bay so voller stinkendem Seegrass und anderem Bewuchs, dass wir uns entschliessen die Kette noch mehr
rauszulassen und sie zu bürsten. Es scheint zwar, dass Sandra den schlechteren Job hat, aber bei der brütenden Sonne wäre ich auch lieber
im Wasser als vorne auf dem Bug. So ziehe ich immer etwa einen halben Meter gebürstete Kette nach oben und Sandra schrubbt das nächste Stück.
Am zweiten Tag bricht ein Unwetter über uns herein. Nach starken Winden (bis 22 Knoten) regnete es intensiv den ganzen Vormittag.
Am Nachmittag wird es trocken und die Sonne zeigt sich ab und zu. Wir nutzen die Gelegenheit und testen unsere neue wasserdichte Fotokamera.
PS: Die Fensterfugen haben wir provisorisch noch mit breiten, transparentem Klebeband abgeklebt - und siehe da: Keinen Tropfen Regenwasser im Schiff.
PSPS: Einige Bilder sind uns gut gelungen. Wir möchten darauf hinweisen, dass alle Bilder hier von uns geschossen wurden und nicht etwa einfach
aus dem Netz heruntergeladen sind!
26.11.2011 Grenada, bald geht die Reise wieder los
Ankerwinde wieder eingebaut und läuft wie neu! Auch im Schiffsinneren lässt es sich wieder leben - Puff aufgeräumt. Diesel-Reserve-Kanister
sind auch aufgetankt und wir haben Getränke gebunkert. Nebst den erwähnten Projekten haben wir noch einige mehr gehabt, so ist zum Beispiel
das eine Spülbecken in der Küche während des Sommers durchgerostet. Folgendes war passiert:
Wir hatten Chlor und Essigwasser in offenen Gefässen stehen lassen, damit
das verdunstende Wasser allfällige Stockflecken mildert (war ein Tipp von anderen Seglern). Und weil die theoretische Möglichkeit bestand, dass
die Werft unser Schiff während unserer Abwesenheit umplatziert, haben wir die offenen Flaschen in das Spülbecken gestellt, so dass wenn sie
umfallen würden es nicht weiter schlimm wäre. Nun hat aber die kleine Stöpselkette im Becken gelegen und vor sich hin gerostet, was wiederum
auch den Beckenboden angegriffen hat.
Wir konnten die Taschenlampe unter das Becken halten und sahen sechs bis sieben stricknadelgrosse Löcher im Beckenboden! Erst dachte ich, dass
ein Zuschweissen die Lösung wäre, aber das Material sei so dünn - keine Chance zum Schweissen. Also haben wir einen grossen Lappen aus Gummi
zugeschnitten (ca. Grösse einer Handfläche) und ihn mit Epoxikleber von unten über die Löcher geklebt: erfolgreich wie es scheint!
Nun aber zum wirklich Wichtigen: In den letzten Novembertagen geht die Reise nun wieder los - wie segeln nordwärts.
22.11.2011 Grenada, die restlichen Projekte angehen
Als erstes haben wir die Ankerwinde ausgebaut und zur Reparatur gebracht. Nun haben wir vorne im Bug nur ein grosses Loch! Ohne
Ankerwinde können wir den jetzigen Ankerplatz nicht verlassen und wir hofften in einer Woche eine Lösung gefunden zu haben. Aber es vergingen
zuerst mal einige Tage bis dann die Antwort vom Mechaniker kam: 2 - 3 Wochen müssten wir warten. Wenn das jemand hier zur dir sagt, weisst du nie
heisst das am Ende vielleicht 4 - 5 Wochen oder irgendwann oder weiss-nicht oder niemals??? Also sind wir nochmals persönlich im Büro vorbei und
haben mit der netten Engländerin nochmals freundlich gesprochen - die Chemie hat gestimmt und sie willgte ein als ich ihr vorschlug sie könnte doch
am Hauptsitz in England anrufen - die helfen ihr doch sicher - so als Engländerin zu Engländer! Witzbold hat sie neckisch gemeint, aber
sie hat angerufen. Sogar an drei verschiedene Orte und nach 20 Minuten in ihrem Büro hatten wir einen Mechaniker in Schottland gefunden, der
exakt den richtigen Motor auf Lager hatte. Falls wir gleich online bezahlen würden, würde das Ding noch heute (!) per Feedex abgeschickt - genial!
Nun ging unsere Kreditkarte nicht - wir dachten es liege am ungleichen Lieferort und der Kreditkartenadresse. Kurzerhand belastete die Engländerin
ihre persönliche Kreditkarte für uns - wo gibt es denn so was?!!
Nun überbrücken wir das Warten mit den restlichen Projekten. Alle Geräte wieder in Betrieb nehmen: Generator, Wassermacher, Waschmaschine,
Kühlschränke (es geht bei der Kühlbox auch was nicht richtig > also neues Projekt), Funkgeräte (geht auch was nicht richtig), Handfunkgerät (ist eines
defekt - gleich ein Neues in der Stadt gekauft) und und und...
...und natürlich noch immer die undichten Scheiben. Fugen ausgekratzt - neu verfugt (natürlich kaum die Fugenmasse eingespritzt beginnt
es zu regnen) und Küche endlich wieder eingeräumt. Langsam wird es wieder wohnlich bei uns.
Ich muss noch unbedingt etwas zum obenstehenden Text sagen. Ja es ist heiss und wir schwitzen permanent, ja es ist stressig immer wieder
was zu finden das nicht geht, ja es sind viele kleine und grössere Scheissprojekte - ABER: Man muss wissen, dass Kleinigkeiten hier einfach immer ein
Tagesprojekt werden und dass - nüchtern betrachtet, nach europäischen Massstäben - es dann doch nicht sooo viel Arbeit ist. Immerhin habe ich
in den letzten drei Tagen zwei Bücher gelesen und das dritte schon begonnen. Wir baden jetzt jeden Tag zwei bis dreimal und leisten uns auch fast täglich
ein Besuch im Restaurant (meisst Mitagessen). Also eher Klagen auf hohem Niveau!
09. bis 15.11.2011 Grenada, Arbeiten am Schiff
Zur Vorbereitung hatten wir eine grosse ToDo-Liste dabei. Nun war es wichtig die Werftarbeiten sofort zu beauftragen und sicherzustellen, dass die
möglichst bald begannen das Unterwasserschiff zu streichen. Die Farbe hatte ich bereits im Mai/Juni organisiert. Während unserer Abwesenheit
wurde die Wasserlinie höher gesetzt (schleifen und Voranstriche) und auch der ganze Rumpf geschliffen. Es war also alles bereit für den Anstrich.
Frank ("Fräänk") ist planender Teamchef und ihn habe ich sofort aufgesucht und gebeten mit dem Anstrich bald zu beginnen. Noch am gleichen Tag
starteten die Arbeiten!!! Wow! Auch der neue Wassereinlass (Wassermacher) wurde miterledigt.
Damit ich die mitgebrachten Zinkanoden am Saildrive (Propeller) anbringen konnte, musste ich einige Schrauben öffnen - was einfach scheint,
aber in unserem Fall unmöglich war! Alles "verhockt", verdreckt und weiss ich was... und dann kam Peter... über den Zaun schauend sah er unsere
CH-Flagge und fragt freundlich ob und wie es so geht. Er hat selbst ein Schiff (AQUATAURUS) und hat jahrelang Schiffe ausgerüstet - von Beruf noch
Mechaniker - also ein Vollprofi wie sich später herausstellte.
Mit seiner Hilfe und seinen Tipps öffneten wir die Schrauben noch in den letzten Tagen vor dem Einwassern und so konnten wir den Krantermin halten.
Nebenbei erfahren wir, dass auf fünf Schiffen eingebrochen wurde. Die Schiffe standen alle beieinander und glücklicherweise ganz am anderen Ende
des Trockenplatzes. Die Boote seien komplett ausgeräumt worden: technische Geräte, persönliche Ausrüstungen, Kleider - alles weg und dazu der Schaden!
Habe Frank auf den Vorfall angesprochen und er meinte es könnten auch andere Segler gewesen sein, die sich günstig ausgerüstet haben - wieder einmal
fiel das Wort "Franzosen" - ich glaube das ist auch möglich aber eher waren es Einheimische - egal, wir waren ja nicht betroffen.
Am 15. kamen wir ins Wasser und fuhren 500 m an unseren Ankerplatz. Wie wir bereits wussten, stimmte was mit der Ankerwinde nicht und wir liessen die Kette von Hand
runter. In den ersten Tagen war es auch für uns ein komisches Gefühl wieder auf einem Schiff zu sein.
09.11.2011 Grenada, Schiffsinspektion - der erste Eindruck und der erste Schock
Von aussen wie von innen sah die ULANI gut aus - auf den ersten Blick - alles in Ordnung. Nur als wir die Bodenbretter in der Küche öffneten
erschraken wir - gestrichen voll mit Wasser! Zum Glück hat sich das Regenwasser dort ganz lokal gesammelt und der Rest des Schiffes blieb soweit trocken.
Die wenigen Stockflecken auf Lederschuhen und einigen Polstern konnte Sandra mit Essigwasser entfernen. Aber woher kam das Wasser? Wir brauchten mehrere Tage
bis wir das Leck identifizieren konnten: die Dichtungen der grossen Seitenscheiben und der Frontscheibe liessen Regenwasser durch. Da es dann in die
Doppelschale der Decke tropfte und das Wasser 2 - 3 Meter verdeckt in der Decke und im Kabelkanal hinter den Navigationsgeräten lief, brauchte es
einige Zeit bis wir verstanden was los war. Aber es bedeutete auch die ganze Küche und alle Schränke beim Navitisch ausräumen, trocken reiben, Regen abwarten
(oder später dann sogar mit dem Wasserschlauch das Dach wässern) und beobachten wo und wann das Wasser kommt.
08.11.2011 Grenada, wir reisen in die Karibik
Nun sind wir also am 8. November 2011 in Grenada angekommen. Für unser schweres Gepäck durften wir schon in Zürich einen Zusatz-Obulus leisten.
Das Eincheck-Gepäck war 28 und 31 kg (anstelle der erlaubten 23 kg) gewesen. Zum Glück haben sie das Handgepäck nicht auch noch gewogen, denn wir
konnten es schon kaum tragen.
Dafür gab es dann beim Durchleuchten der Taschen (Sicherheitscheck) schon ein paar Fragen zu unseren Zinkanoden. Die waren im Röntgengerät komplett
undurchschaubar und hatten dann auch noch seltsame Formen. Freundlich bat man uns das Gepäck zu öffnen und wir mussten dann in Zürich und in London
den Landratten erklären wofür die Zinkanoden sind. Aber als sie das reine Metallstück in der Hand hielten hatten sie es doch für unbedenklich
eingestuft - schlussendlich hat es doch noch problemlos geklappt.
Markiert mit einem Kleber "Achtung sehr schweres Gepäck" kamen wir dann zum Zoll in Grenada. Das lange Anstehen in der Hitze und das nach der
langen Reise war schon mühsam. Dann endlich am Zollschalter angekommen fragt uns der sich doch sehr wichtig gebende (aber freundliche) Beamte ob
wir Bootszubehör dabei hätten. Da ich schon ahnte, dass dies zusätzlich zu verzollen wäre, beantworteten wir die Frage selbstbewusst mit neeeiiinn.
Er fragte noch mehrmals nach und auch ob wir einen Motor darin hätten - wieder: neeeiiin! Was soll ich sagen - glaubhaft behaupten hilft fast immer -
wir sind dann doch durchgewinkt worden. Mit dem Taxi ins Appartement wo wir bereits auf dem Parkplatz freundlich empfangen wurden (!!!).
Schweiz, Juni - November 2011
08.06.2011 Reise-Unterbruch
Während der Hurrican-Zeit ist unser Schiff in Sicherheit und wir zurück in der Schweiz.
Wir machen einen Reiseunterbruch und kommen im November wieder in die Karibik zurück.
Bilder aus der Sommerpause 2011 >>
Karibik, Januar - Juni 2011
07.06.2011 Grenada, auswassern, reinigen und vorbereiten für die Hurrikanzeit
Bevor wir in die Schweiz fliegen kommt ULANI ans Trockene. Zuerst wir das Unterwasserschiff mit Hochdruck gereinigt anschliessend das Schiff in eine sehr enge Lücke platziert.
Wir haben bereits im Februar unseren Platz und den speziellen Stahlrahmen (keine einzelnen Stützen, sondern eine verschraubte Stahlkonstruktion unter dem Schiff) reserviert.
Wir nahmen uns eine Woche Zeit um alle Reinigungsarbeiten und technische Konservierungen vorzunehmen. Beispielsweise wurden alle Fächer ausgeräumt und mit Essigwasser ausgewischt.
Auch wurden alle Motoren (Hauptmaschine, Generator und Aussenborder) mit Süsswasser gespült. Zu diesem Zweck haben wir gleich die Kühlwasserzuleitung (normalerweise Meerwasser)
mit einem Umschalter-Ventil ausgerüstet. So können wir nun in Zukunft einfacher die Motoren mit Süsswasser (aus einem Eimer) kühlen. So werden Salzwasserresten aus dem System
entfernt um Rostschäden vorzubeugen. Die Liste der Arbeiten war lang!
In diesen sieben Tagen wollten wir nicht auf dem Schiff schlafen/wohnen. Es war uns zu heiss und zu kompliziert, da beim Arbeiten ein ziemliches Durcheinander im Schiff herrschte.
26.05.2011 Grenada, letzte Nacht in der Prickly Bay
So schnell sind drei Wochen Karibik vorbei. Damit für die Rückreise alles klappt, gehen wir zurück in die Prickly Bay und organisieren ein Taxi für den nächsten Morgen. Besuchen
noch die Hauptstadt St. George's und geniessen zusammen ein sehr schmackhaftes Nachtessen. Dazu spazieren wir in die Nachbarsbucht True Blue Bay und essen im Hotelressort
einen Mahi Mahi (Goldmakrele) - exzellent!
25.05.2011 Grenada, Süden von Grenada
Tags darauf verholen wir in die Clark's Court Bay. Mit dem Beiboot besuchen wir das Ressort von Jana Caniga und
am Abend werden wir abgeholt für unsere Turtle-Tour. Die Leatherbacks (Riesenschildkröten), wie wir sie schon in Trinidad bewunderten konnten, legen auch auf Grenada ihre Eier ab. Ganz im Norden-Osten
der Insel liegt der Strand "Levera-Beach". Ein langer Abend stand uns bevor, denn die Fahrt dauert ca. 1.5 Stunden und dann mussten wir auf die Führerin warten. Auch die
Viecher liessen sich Zeit und wir befürchteten schon, dass keine Schildkröte kommen würde. Aber sie kam - eine Grosse! Obschon es die Schildkröten in ihrer Trance beim Eierlegen
nicht stören würde, ist das Fotografieren mit Blitzlicht hier immer verboten. Ihr müsst also die Bildern von Trinidad nochmals anschauen hier.
24.05.2011 Grenada, Überfahrt von Carriacou in den Süden von Grenada
Die längste Fahrt in diesen drei Wochen. Wir kommen gut voran und machen sogar einen kleinen Zwischenstopp am Ankerplatz bei der Insel Ile de Ronde. Sie liegt in der Nähe des
Unterwasservulkanes, den man mit genügend Abstand umrunden muss. So kann man aussen rum (machten wir jeweils die anderen Male) oder man besucht by-the-way diese kleine Insel.
Es ist kein Umweg und bietet sich an - könnte bei Tradewind-Wetter problemlos auch als Nachtankerplatz genutzt werden.
Wir ziehen weiter in die Prickly Bay und bleiben da ein Nacht. Abends Pizza beim Italiener, mmhhhhh
23.05.2011 Grenada, Carriacou, Sandy Island und Tyrell Bay
Sandra war extrem schnell beim Einklarieren (Einreisen). Wir ankerten vor Hillsborough, dem Hauptort der Insel. Ich setzte Sandra schnell mit dem Beiboot am Steg ab und
wir drei badeten. Kaum im Wasser ruft Sandra per Funk zurück "ich bin fertig" und ich hole sie wieder ab. Eingekauft hat sie auch noch schnell in den 30 Minuten!
Wir stoppen bei Sandy Island - nicht wegen der Namensverwandtschaft - sondern weil man hier sehr schön schnorcheln kann. Wir nehmen uns eine Boje, bleiben einige Stunden und
verlassen den Platz wieder bevor die Einkassierer kommen. Um das kleine Riff und die Unterwasserwelt zu schützen ist das Ankern nicht mehr gestattet. Gleich um die Ecke
ist schon die Tyrell Bay wo wir für die Nacht den Anker fallen lassen. Wir setzen über und gehen ins Internetcafe damit Barry seine E-Mails lesen kann. Wir haben unseren PC
nicht dabei, trinken aber gerne ein Bier resp. ein Fruchtsaft mit.
22.05.2011 Palm Island und Union
Badestopp vor Palm Island mit Insel-Kurzrundgang. Auch diese Insel ist ein Hotelressort und darf nicht frei besucht werden. Wir setzen mit dem Beiboot über und
dürfen aber nur einen ganz kleinen Teil besichtigen, wie Barry auf Anfrage bei den Sicherheitsleuten erfahren hatte. Ich ging dann doch noch schnell etwas den
Weg nach hinten und konnte zusätzliche Bilder der Hotelanlage und der Kokosnusspalmen schiessen. Für die Nacht fuhren wir rüber nach Clifton Harbour, da wir am nächsten
Morgen eh hier am Flughafen ausklarieren (Ausreise) mussten. Nun geht es ja dann in den Staat Grenada.
20. - 21.05.2011 Petit Saint Vincent (PSV), am Ufer einer Hotelinsel
Den Wind hatten wir genau auf die Nase und zusammen mit dem Strom gab es eine beachtliche Welle (ca. 1.6 - 2.0 m). Das ist zwar nicht viel, aber von vorne klatscht es ganz
schön ans Schiff. Wir ankerten direkt vor dem Hotelsteg in einem hellblauen, ja fast weissen Sandspot. Wir lagen sicher und durch ein Riff geschützt und blieben auch hier zwei Nächte.
Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Beiboot zu der Sand-Insel Mopion. Natürlich schossen wir die obligaten Robinsonbilder.
19.05.2011 Union, Chatham Bay
Für den kurzen Stopp in Clifton Harbour, ankerten wir nahe dem Yachtclub auf 11 Meter Wassertiefe. Bei den engen Platzverhältnissen konnten wir nicht genügend
Kette auslegen und ich blieb als Ankerwache zurück. Die anderen drei gingen mit dem Beiboot einkaufen. Als sie zurück waren lichteten wir noch am selben Tag den Anker,
segelten um die Insel rum und legten uns in die Chatham Bay - auf der Westseite von Union. Diese Bucht ist gross und gut geschützt hat aber starke Fallböen die die ganze Nacht
auf uns nieder schlugen. So fiel uns es am nächsten Morgen leicht bereits wieder Abschied von dieser einsamen und naturbelassenen Bucht zu nehmen. Kaum hatte ich das Beiboot
an den Davits raufgezogen bemerken wir eine kleine Segelyacht unweit von uns. Heute früh war sie noch viel weiter vorne und nun zog sie langsam an uns vorbei...
Der Einhandsegler hatte die Yacht rudernd mit dem Beiboot verlassen und war schon weit weg als wir ihn mit Pfeifen versuchten zu signalisieren was los war: Seine Yacht trieb ab.
Anfänglich ruderte er gemächlich auf den Strand zu, was sich aber schlagartig änderte als er endlich begriff was passiert ist. Ich hatte sofort unser Beiboot wieder zu Wasser
gelassen und versuchte mit dem Beiboot und meinem 8 PS Motor die Yacht an Ort zu halten. Da es noch immer Böen hatte, war das mühsam und ich beschloss die Yacht weiter treiben
zu lassen und stattdessen den Ruderer schnell zu holen. Mit unserem Beiboot war ich schnell bei ihm und schleppte ihn zu seiner Yacht. Am Ende ist alles gut ausgegangen
und der Franzose bedankte sich und hintersann sich wie so etwas geschehen konnte. Der Knoten von der Boje hatte sich gelöst...Ich kann mir vorstellen, dass der einen riesen Schreck
in den Knochen hatte.
18.05.2011 Mayreau, Salt Whistle Bay
Da alles hier sehr nahe beieinander liegt, sind es nur kurze Distanzen die schnell und gemütlich abgesegelt werden können (1 Stunde oder weniger). Die Bucht ist nicht gross
und war anfänglich sehr gut besucht. Als im Laufe des späteren Nachmittags dann einige Katamarane weiterzogen haben wir ganz in die Nord-Ecke verholt. Dort lagen zwar
nur andere Kats (was immer impliziert, dass es da nicht sehr tief ist) aber ich habe mich mit Taucherbrille und Schnorchel vorher überzeugen können, dass die Wassertiefe
für uns problemlos reicht. Hier in der Ecke hinten hatte es auch weniger Schwell und wir verbrachten eine ruhige Nacht und grillierten auf dem Schiff.
16. - 17.05.2011 Tobago Cays, nochmals weil es so schön war...
und auf dem Weg liegt. Die Bilder sind die selben - könnt ihr weiter unten angucken hier und hier.Einfach nur schön!
15. - 16.05.2011 Canouan, Charlestown Bay
Eine Insel und ein Ankerplatz der für uns auch neu war. Im Revierführer wurde schon verraten, dass die Insel das "Armenhaus" der Karibik sei. So ist es dann auch.
Es hat zwar 2-3 kleine Supermärkte um das nötigste an Lebensmittel einzukaufen, aber sonst ist nichts los auf den Strassen. Die Bucht ist ruhig und wir können
am nächsten Morgen im Hotel Brot einkaufen.
14.05.2011 Young Island, Bojen zwischen Hauptinsel St. Vincent und Young Island
Wir nehmen uns eine Boje, da hier viel Strömung herrscht. Wir gehen noch am gleichen Tag in die Hauptstadt nach Kingstown und sind enttäuscht von der Stadt. Dass es
sehr ärmlich sei wussten wir zwar, aber der Dreck und die "Stadt" selbst hat uns gar nicht gefallen. Am Folgetag wollten wir einen Ausflug zum Montreal-Garden, ein Naturpark, machen.
Aber der unverschämt hohe Preis des Taxiunternehmens Charly-Tango hat uns die Lust dazu genommen. Wir entscheiden sogar gleich am nächsten Morgen wieder in den Süden zu fahren
und die zweite Bojennacht sausen zulassen.
11. - 13.05.2011 Bequia, Besuch einer Auffangstation
Bei besten Bedingungen segeln wir hoch nach Bequia. Noch immer im gleichen Staat und eine sehr beliebte Ankerbucht für Segler die vom Norden in den Süden wollen oder andersrum.
Wir waren hier schon mit Marco und Giovanna, haben aber zwischenzeitlich von anderen Seglern erfahren, dass es auf der Insel ein Schlidkrötenprojekt mit Aufzucht von
Jungtieren gibt die man besuchen kann.
09. - 10.05.2011 Tobago Cays, mit Cristina und Barry
Es ist nur ein kurzer Schlag zu den Tobago Cays. Wir ankern diesmal mitten im Riff, gleich südlich vom "Dinghy-Strand" auf 3-5 Meter Sand. Der Wind ist mit
12-25 Knoten viel schwächer als bei unserem ersten Besuch hier und sehr angenehm. Wir schnorcheln und schwimmen mit Schildkröten und zwei verschiedenen Rochentypen
(Adlerrochen und Stachelrochen) - siehe auch kleine Filmaufnahmen.
Unterwasserfilme Tobago Cays
06.05.2011 St. Vincent und die Grenadinen, Insel Union, Clifton Harbour
Früh morgens verlassen wir Grenada und segeln hoch zur Insel Union. Hier nehmen wir am 08.05.2011 Cristina und Barry in Empfang. Mit ihnen verbringen wir die nächsten
21 Tage und besuchen fast den ganzen Staat "St. Vincent und die Grenadinen" und Grenada.
14.04 bis 05.05.2011 Grenada, Arbeiten in der Prickly Bay
Unsere defekte Waschmaschine, die wir in der Tschechei bestellt hatten, sei mittlerweile versandbereit und kann per Luftfracht versendet werden. Auch meldeten wir
uns bei dem Unternehmen, das unser neues Kurzwellenfunkgerät einbauen soll, um einen Termin zu vereinbaren.
Nach einer Woche war die Installation des Funkgerätes fertig. Der Handwerker war zwar bloss 10 Stunden auf unserem Schiff mit dem Einbau beschäftigt, aber irgendwie
tickt hier halt die Uhr anders. So ist er einmal um 15:00 Uhr erschienen und um 16:00 Uhr sei sein Arbeitstag dann zu Ende - sonst hätten wir Überzeit bezahlen müssen.
Nur weil ich die Kabel selber eingezogen habe, die Geräte eingebaut und auch den Holzausschnitt für den Hauptschalter selber machte, konnte das Projekt in einer Woche
erledigt werden. Da wir eh den ganzen Tag auf dem Schiff warten mussten, dachte ich ich beginne gleich mal selbst mit der Arbeit.
Die Waschmaschine kam mit kleiner Verspätung, denn die Zollabfertigung in Grenada ist eher Glücksache. Wir hatten via einen Schiffszubehörladen einen Agenten engagiert, der uns
den Papierkram für wenig Geld abnahm. Nun war sie also da und wir mussten sie nur noch mit dem Beiboot (!) zur Yacht bringen - denn wir lagen ja vor Anker. Die ca. 5-8 minütige
Fahrt (wir konnten ja nur sehr langsam fahren, damit kein Spritzwasser entsteht) ging gut und Sandra und ich hieften die Waschmaschine an Bord. Da die alte und die neue baugleiche
Maschinen waren, war die Installation relativ einfach. Spezialteile abschrauben und an der neuen wieder anschrauben. Die Herausforderung war mehr die Breite der Türe.
Um einen Millimeter gingen die Maschinen nicht durch die Kabinentür (?)! wir sagten uns aber, dass die Maschine ja auch nachträglich eingebaut wurde und so muss sie
irgendwie durch dieses Loch passen und würgten ein bisschen... voilà - das Holz gab etwas nach und es ging!
In den folgenden Tagen hatten wir für 5 Tage noch einen kurzfristig organisierten Blitzbesuch, blieben aber in der Bucht.
14.04.2011 Trinidad, wir fahren über Nacht nach Grenada zurück
In Grenada sind noch einige Arbeiten am Schiff geplant bevor Sandras Schwester Cristina mit Barry uns für drei Wochen besuchen kommen.
Für die Überfahrt hatten wir ca. 17 Stunden eingeplant (ca. 85 sm mit 5 Knoten). Wir sind um 17:00 Uhr gestartet mit der Überlegung, dass wir dann bei
Tageslicht in der Prickly Bay ankommen würden. Die Bucht im Süden von Grenada hat einige vorgelagerte kleine Riffe die nicht beleuchtet sind. Kaum hatten wir die geschützte Küste
von Trinidad verlassen kamen wir in ein enormes Wellendurcheinander mit teils hohen Wellen von vorne. Die Ulani hat geschlagen und wir nahmen Speed zurück um
das Schiff zu schonen. Nach ca. einer Stunde gegen an wollte ich umdrehen, was wir dann auch machten - echt blöde - da wir bereits ausklariert (offiziell ausgereist) hatten.
Wir drehen also um und werweissten was nun zu tun sei. Wollen wir zurück und es morgen wieder probieren oder sollten wir es nicht einfach durchstieren? Es könnte ja sein,
dass diese Wellen nur vom Südamerikastrom her stammen und nur gerade hier so stark waren - vielleicht würde es bald abgeben? Sandra war für ein "jetzt durchziehen" und
so haben wir den Abbruch wieder abgebrochen und nochmals umgedreht in Richtung Grenada. Und tatsächlich nahmen die Wellen nach einigen Stunden stark ab. Wir hatten den Wind
aber noch immer (entgegen der Prognose) fast von vorne (Nordost statt Ost-Südost). Wir mussten also motoren, hatten aber die Fock gesetzt um stabiler zu liegen. Der
Strom schob uns kräftig in die richtige Richtung und wir machten teilweise 9.5 Knoten Fahrt über Grund!
Nach gut 10 Stunden waren wir schon vor der Küste Grenadas - also kurz vor 03:00 Uhr morgens bei stockfinsterer Nacht. Navigationslichter hat Grenada keine, nur der Flugplatz
war gut zu erkennen. Glücklicherweise kannten wir die Südküste schon etwas (waren schon mehrmals hier und haben auch die Regatta hier gehabt) und ich hatte noch
den TRACK (Navigationsspur auf Kartenplotter) vom letzten Besuch in der Bucht. So sind wir dann mit Hilfe des Radars und unseren alten Daten sicher in die Bucht gesteuert und
haben morgens um ca. 03:45 Uhr den Anker fallen gelassen und sind ins Bett.
10.04.2011 Trinidad, Auto mieten und ab zu den Kröten
Nachbarn am Steg: Beartijs und At von der MAUYVA, einem niederländischen Alu-Boot, erzählen uns voll Begeisterung wie sie das Eierablegen von Riesenschildkröten
beobachten konnten. Wir lassen uns anstecken und mieten über das Wochenende ein billiges Auto (ca. CHF 28.00 / Tag). Am Samstag nutzen wir die Karre (ein solches Auto dürfte in der Schweiz
nicht zu finden sein - geschweige denn herum fahren) um einige Besorgungen in der Stadt zu machen. Auch nutze ich den Tag um mich wieder ans Fahren zu gewöhnen - vorallem an die
falsche Strassenseite (Linksverkehr).
Am Sonntagmorgen starten wir unseren Trip zusammen mit Bridget und Peter von der WHITE ROSE. Wir machen einige Abstecher im Norden von Trinidad. Ganz im Nord-Osten der Insel
(Nähe der Stadt Toco) besuchen wir einige lokale Beaches und bringen so die Zeit durch bis um 19:00 Uhr. Als wir den Wegweiser zur Matura Bay sehen, entscheiden wir uns
diesen Weg einzuschlagen um dort dann die Bewilligung zu kaufen.
Dieser spezielle Strand MATURA BAY ist vom 1. März bis am 31. August gesperrt und darf nur mit einem Führer besucht werden. Die Bewilligung (permit) muss vorgängig in der Hauptstadt
gekauft werden - aber wir haben vernommen dass man diese ausnahmsweise auch vor Ort kaufen kann.
Als wir lange 10 Minuten einen sehr steinigen, holperigen Weg im Schritttempo runter fuhren, waren wir
plötzlich etwas verunsichert ob das korrekt ist. Wir treffen zwei lokale Typen auf dem sonst verlassenen Weg und fragen wo wir das permit kaufen müssen - und die
schicken uns natürlich wieder zurück. Wir waren verbotenerweise schon auf dem Weg zum Strand... keiner hat uns gebüsst - Uff (20'000 TT$ Strafe = ca. 3000 CHF p.P.).
Wir fahren zurück und finden einen Führer und können bei ihm dann problemlos die Bewilligung für 15 USD pro Person kaufen. Wir müssen seinem Truck mit unserem PW folgen - natürlich
genau wieder den gleichen steinigen Weg runter, den wir schon kannten... aber nun bei stockfinsterer Nacht. Der Truck rast mit seinen grossen Rädern problemlos und schnell den Pfad
runter. Am Anfang konnten wir noch seiner Staubwolke folgen, aber schon bald war in diesem Dschungel kein Lichtlein mehr zu sehen. Das heisst das stimmt nicht ganz - die
vielen Glühwürmchen die am Strassenrand blinkten waren noch da. Aber verfahren konnte man sich ja nicht und wir erreichten die Station unten am Strand, zahlten unser Permit und
folgten dem Führer in den Sand und da lag schon ein grosses Tier! Weiter hinten war aber ein noch grösseres Exemplar: Der Panzer alleine war 155 cm lang und 109 cm breit! Und
das ohne den riesigen Kopf, den Beinen/Flossen und dem Schwanz.
Zwei Stunden fuhr ich dann wieder zurück - meist auf der richtigen (also auf der falschen) Strassenseite. Autofahren in Trinidad (speziell in Port of Spain) braucht etwas
Mut. Das Schwierige dabei ist die Kombination von: auf den chaotischen Verkehr aufpassen, die riesen Schlaglöcher im Auge behalten und auch noch Linksverkehr. Am Abend
war ich "nudelfertig". Und einmal landeten wir kurz mit dem linken Vorderrad im tiefen Strassengraben - ich riss das Steuerrad rechtzeitig herum und wir waren wieder
auf der Strasse oben. Also das Rutschen des nackten Metalles (Beifahrer-Türrahmen unten) auf dem Asphalt macht einen höllischen Lärm. Kurz danach hielten wir an und
ein kurzer "fachmännischer" Blick verriet uns, dass das Auto in einem nicht schlechteren Zustand war als zuvor - wir fuhren weiter. War übrigens bei der Rückgabe kein Thema.
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09.04.2011 Trinidad, Sonnen- und Regenverdeck fertig
Hurra! Nun ist ein grosses Projekt abgeschlossen: das Sonnen- und Regenverdeck (kurz Bimini) ist komplett fertig. Die Arbeiten haben uns gezwungen länger hier zu bleiben als
gedacht. Uns war klar, dass nach der Bestellung des neuen Heckbügels die Abfahrt in den Norden erst Ende März/Anfang April sein wird - nun wird es Mitte April! Und
in Grenada warten schon zwei weitere Projekte: Einbau des Kurzwellenfunkgerätes (HF-Radio) und der neuen Waschmaschine, die noch von Tschechien (!) per Flugzeug geschickt
werden sollte. Die ganze Zollabwicklung müssen wir noch abklären... also noch einiges zu tun bis Ende April! Im Mai besuchen uns dann Cristina (Schwester Sandra) und Barry.
Ende März 2011 Trinidad, wir kühlen uns im Pool ab
Genau dann wenn wir kein Sonnenverdeck mehr haben, brennt die Sonne dermassen, dass wir uns im Hotel-Pool abkühlen müssen. Wir nutzen die Zeit auch um einiges an der ULANI zu verbessern:
Umbau Wassermacher (Ablauf neu), Verkabelung der neuen Solarmodul-Position und des Windgenerators, Ausbau des Kühlschrankes (Kondenswasser liess das Holz modern),
Einbau eines Stopp-Schalters für den Windgenerator, Reinigung des Korkdecks und aller Chromstahlteile, Kauf eines neuen Ankers (zusätzlich), Reparatur der Gummileiste
(wurde durch die Hitze länger und kam im Bug vorne als Schlinge raus), Einbau eines Kohlenfilters für das Spülen des Wassermachers (gechlortes Wasser schadet den Membranen),
Kauf eines Transformers 240 zu 110 Volt und umgekehrt... und und und...
März 2011 Trinidad, Umbauten Heckbügel und Bimini
Die lokalen Handwerker rund um den Hafen sind voll auf Yachties ausgerichtet. Chromstahlspezialisten und Biminischneider gibt es hier auf kleinstem Raum gleich mehrfach.
Die Konkurrenz und der tiefe Stundenlohn in Trinidad versprechen gute Arbeiten zu passablen Preisen.
Nach meinem Design macht Mitchell ein sehr gelungene Chromstahlarbeit. Der neue Heckbügel trägt unsere vier Solarmodule und einen neuen Windgenerator. Darunter
"schwebt" das Heckbimini ohne weitere Stützen oder Abspannungen. Der Aussenbordmotor für das Beiboot kann bequem und ohne Kraftaufwand mit dem neuen, schlanken
und ins Design integrierten Kranbügel an die Reling gehievt werden. Die Halterung wurde by-the-way auch gleich verstärkt und das Holz mit Kunststoff ersetzt.
Für die Integration der Konstruktion in die bestehende Heckreling, musste einiges zuerst herausgetrennt werden - zeitweise sah ULANI sehr nackt aus (s. Bild).
Die beiden Sitze in den Ecken mussten auch neu gemacht werden - und dann natürlich gleich ein wenig grösser, stabiler und ebenfalls Holz mit Kunststoff ersetzt.
11.03.2011 Trinidad, Inselausflug
Die obligate Inseltour (SUNBURNT, DREAM CATCHER, WHITE ROSE, GONE WITH THE WIND und ULANI = 14 Personen). Es dauert über eine Stunde bis wir die überbauten Aussenbezirke der
Hauptstadt Port-of-Spain verlassen. Ausser den Bergen im Norden ist die Insel mehrheitlich flach aber sehr gross. Die Strassen sind recht gut aber der Verkehr ist recht chaotisch.
Wir besuchen im Norden ein Naturschutzgebiet mit vielen Vögeln und einigen Echsen, nach dem Mittagessen fahren wir südlicher in ein mit Flüssen durchzogenes Mangrovengebiet.
Von den hier lebenden Kaimanen sehen wir nur ein totes Tier am Ufer liegen. Die Schlamspringer-Fische sind so schnell, dass ich sie nicht fliegend vor die Linse kriege.
Es blieb bei einer Schlange im Baum und einigen Vogelarten. Am Schluss der zweistündigen Fluss-Bootstour können wir wenigstens die Scarlet-Ibisse im Sonnenuntergang
beobachten.
08.03.2011 Trinidad, grosser Umzug
Erst um 08:30 Uhr ging es los und wir haben alle Tickets auf der schnell ausverkauften Tribüne erhalten (40 TT$ pro Person = ca. CHF 6.00). Obwohl ich (Philippe) meist auf der Strasse war um
gute Bilder zu schiessen, war es angenehm einen Sitzplatz zu haben. Die Absperrungen beidseits der Strasse waren fürs Fotografieren im Weg und so stellte ich mich an
die nahegelegene Kreuzung wo man zwischen durch auch die Seite wechseln konnte. Die Zuschauer drängten immer wieder auf die Strasse, so dass zwei berittene Polizisten
die Massen immer wieder mit ihren Pferden zurück drängten. Aber wir schafften es doch immer wieder uns für ein paar Schnappschüsse schnell auf die Fahrbahn zu mogeln.
Als wir die Umzugsteilnehmer auf der Strasse oder nach ihrem Einsatz freundlich anfragten, posierten sie immer gerne und hatten meist ein Lächeln für uns. Manche gaben sogar eine kleine extra Showeinlage.
Und wer schnell genug war, konnte sich sogar mit ihnen ablichten lassen! Als wir um 17:00 Uhr wieder abgeholt wurden, waren wir alle froh zurück in die Marina gehen zu können. Die
übertrieben laute Musik, die Hitze auf dem Asphalt und das Frühaufstehen machte den meisten Yachties zu schaffen. Auch assen wir nur einen kleinen Snack - ich trank dann dafür
einige Bier mehr.... und habe alles heraus geschwitzt.
Wir verabschiedeten um 16:00 Uhr Gerd und Sabine, sie fuhren direkt von Umzug zum Flughafen.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Carnival in Trinidad uns nicht enttäuscht hat. Wir haben vom riesigen Event viel gesehen und es hat sich wirklich gelohnt zu kommen.
Mir persönlich haben alle von uns besuchten Teil-Anlässe gefallen. Calypsoabend im Hotel Normandie, Show im Savannah mit Finale der grossen Kostüme und Calypso-Monarch und auch die beiden Tage
auf der Strasse am Montag auf eigene Faust und am Dienstag auf der Tribüne.
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07.03.2011 Trinidad, öffentlicher Strassenumzug
Am Montag sei es nicht so interessant für Touristen - mehr so für die Einheimischen. Aus diesem Grund gehen kaum Yachties in die Stadt. Da Gerd und Sabine extra her geflogen sind und
wir nichts vor haben, gehen wir auf eigene Faust und mit dem öffentlichen Bus nach Port-of-Spain. Man hat uns gesagt die Busse würden nicht fahren und die Stadt sei gefährlich - Quatsch!
Tagsüber ist die Stadt überhaupt kein Problem und die Leute sind wirklich freundlich. So hatten wir keine Tickets für den Public-Bus (gibt keine Automaten) und wollten diese im Bus lösen, was
aber nicht geht (wir nehmen an dass aus Sicherheitsgründen kein Geld beim Chauffeur sein soll). So nimmt uns die Fahrerin ohne Tickets mit und sagt uns, dass wir die diese dann am
Busbahnhof nachlösen könnten. Beim Aussteigen sagt sie uns dann dass es schon OK sei - wir fuhren also kostenlos! PS: Das Taxi in der Marina wollte 200 TT$ für die Fahrt haben (25 CHF).
Abgesehen von etwas Bewölkung und wenigen Tropfen spielt das Wetter mit und wir haben einen super Tag in der Stadt. Wir sehen - entgegen den Vorhersagen - doch einige Kostüme und
sind überrascht über die günstigen Verpflegungsmöglichkeiten. Am späteren Nachmittag fahren wir wieder mit dem öffentlichen Bus zurück und zahlen für eine ca. 25 minütige Fahrt (wenige Stopps!)
pro Person nur 3 TT$ (ca. 0.45 CHF).
Zurück auf dem Schiff hatten wir noch einen gelungenen Abend mit Spaghetti und Rotwein. Doch wir gingen dann zeitig in die Koje, da wir am wichtigsten Tag (morgen, Dienstag) dann
schon um 06:00 Uhr abgeholt werden sollten. Dies um genug früh in der Schlange anstehen zu können um Tickets von der Tribüne zu erhalten (Vorbestellung nicht möglich).
06.03.2011 Trinidad, grosse Show in Stadion Savanah
Diesen Anlass haben wir über Jesse James (sehr bekannter, lokaler Taxiunternehmer) gebucht. Zusammen mit SUNBURNT, DREAM CATCHER, WHITE ROSE, GONE WITH THE WIND und weiteren Yachties
lassen wir uns in die Stadt chauffieren und verbringen den Abend in diesem Stadion. Gezeigt werden verschiedene Wettbewerb-Finale. So wird der King of Monarch 2011 (Calypso-Sänger),
die Queen 2011 und der King 2011 (beides riesen Kostüme) gekürt. Filmen und fotografieren ist strengstens verboten - ich hatte nur die kleine Kamera dabei....
04.03.2011 Trinidad, Marina CrewsInn und Gäste
Wir erreichen sicher die moderne Marina CrewsInn. Zur Marina gehört ein Hotel mit Schwimmbad, das wir mit benutzen dürfen. Die grossen Waschmaschinen und Tumbler sind
sehr günstig. Gerd und Sabine (STURMVOGEL) besuchen uns per Flugzeug und sind unsere Gäste für die nächsten Tage. Da sie noch auf Ersatzteile warten, ist ihr Schiff
noch nicht segelbereit und liegt noch immer in St. Lucia (Rodney Bay).
Wir treffen sie direkt in Port-of-Spain, da wir an diesem Abend an einem Calypsoabend im Hotel Normandie sind. Zusammen fahren wir dann zurück in die Marina.
02. - 03.03.2011 Überfahrt nach Trinidad, Chaguaramas Bay
Es war wie immer hier in der Karibik... wenige kleine Zwischenfälle verbreiten sich wie ein Buschfeuer. So sind einige Überfälle vor Venezuela und auch vor der Küste Trinidads
verzeichnet worden. Nun haben viele Segler etwas Bedenken von Grenada in den Süden zu fahren. Aber es gibt auch viele Crews (wie wir auch) die die Geschichten relativieren und
sich davon nicht immer einschüchtern lassen.
Mit besten Wind- und Wetterbedingungen laufen wir um 16:00 Uhr aus der Marina Le Phare Bleu aus. Die Wellen sind anfangs noch etwas höher aber auf unserem Kurs (seitlich und schräg von hinten)
kein Problem. Wellen und Wind nahmen dann in der Nacht noch ab. Anfangs mit 7.5 Knoten und später gegen Strom noch 4 Knoten über Grund erreichen wir perfekt bei Anbruch
des Tages die Nordküste von Trinidad.
In der mondlosen und stockfinsteren Nacht passierten wir viele Gas- und Ölplattformen (über 10) die hier vor der Küste Trinidads stehen. Teilweise sahen wir sie nur von weitem als Lichtschimmer
am Horizont, an anderen segelten wir recht nahe vorbei. Sie sind in der Nacht hell beleuchtet und auch auf dem Radar sehr gut zu erkennen.
In der Seekarte sind sie nicht genau verzeichnet (nur eine allgemeine Warnung), da sie immer mal wieder die Position wechseln.
Weitere Texte und Bilder von Trinidad werden folgen.
28.02.2011 Grenada, South Grenada Regatta
Natürlich haben wir mit unserem Schiff gegen die Racer mit bis zu 10 Personen starken Crews keine Chancen.... aber das war gar nicht so wichtig. Sandra und ich waren die kleinste Crew und
waren auch die einzigen richtigen Langzeitsegler (wir waren sicherlich auch die Einzigen mit einer Waschmaschine an Bord....).
Es hatte dann dazu noch richtig Wind und Wellen! Bei 25 bis 32 Knoten Wind hatten wir gegen noch bis zu 2.5 m hohe Wellen anzukämpfen. Die ULANI wurde etwas geprügelt und wir
waren mit der Genua überfordert. So haben wir dann meist nur die Fock (Jib) und das gereffte Grosssegel gefahren. Im letzten Lauf konnten wir noch eine 6-Mann Crew einholen. Das Ziel beim letzten Lauf
war kurz vor der Marina, d.h. man musste durch die vorgelagerten Riffe hindurch segeln - und das bei Windstärke 7! Kurz nach der Ziellinie hatten wir nur wenig Platz um die Segel zu bergen - alles
musste sehr schnell gehen. Aber mit unserem Rollgross haben wir schon sehr viel Übung und es war kein Problem... bereits 50 m nach der Linie waren die Segel alle geborgen.
Der Anlass war super und endete am Montag mit einem Dinghy-Konzert (s. Bilder). Wer Ende Februar nach Grenada kommt sollte unbedingt diesen Event einplanen! Wir waren begeistert - obschon
wir am Schluss keinen Pokal gewonnen haben.
25.02.2011 Grenada, Le Phare Bleu
Wir hatten vor die Marina von Jana Caniga und Dieter Burkhalter mit dem Taxi zu besuchen. Als die beiden jedoch mit ihrem grossen Schlauchboot rüber zur Prickly Bay kamen und
Werbung für ihr Regattawochenende machten, haben wir uns überreden lassen. Für ein kleines Startgeld von 50 USD liegt man drei Nächte gratis in der Marina, erhält Willkommensgeschenke und
kann viele Preise gewinnen.
Also heisst es am Freitag Morgen "Anker auf" und rüber zur Marina "Le Phare Bleu". Wir schreiben uns ein und geniessen wieder einmal richtigen Trubel!
24.02.2011 Grenada, Ergänzungen
Die Decksluken erhalten ein Regendach damit sie auch bei schlechtem Wetter offen bleiben können. Hier in der Prickly Bay hat es eine grosse Marina mit Zubehörladen und Segelmacher.
Hier werden wir auch unsere ULANI über den Sommer an Land stehen lassen. Es regnet dieses Jahr viel zu viel für die oft gepriesene Trockenzeit!
Von der Transatlantik-Überfahrt her haben wir noch Vorräte und das Mehl wird hier in der Feuchtigkeit auch nicht besser. So backt Sandra einen Zopf... hhmmmmm fein war er!
20.02.2011 Grenada, zweite Inseltour in den Dschungel
Und wieder finden sich SUNBURNT, WHITE ROSE, STEEL SAPPHIRE und ULANI zusammen um einen zweiten, kleineren Inselausflug zu machen.
Wir buchen ein Taxi-Bus für die Hin- und Rückfahrt zum Grand Etang Nationalpark mit dem Grand Etang See. Rund um den See soll es einen kleinen Pfad geben,
den wir begehen wollen. Der Pfad wird immer enger und "pflotschiger". Teilweise müssen wir über und durch Schlammlöcher... mit mehr ;-) und weniger :-( Erfolg.
Abends treffen wir uns dann noch am Strand unserer Bucht für ein "Potluck". Diese Seglerabendessen stammen von der Idee her, dass es lustiger ist zusammen zu essen als alle
zuhause auf dem eigenen Schiff. Jeder bringt also seine Getränke und das Abendessen mit an den Strand. Die Lebensmittel werden für alle aufgetischt und frei geteilt -
also bringt jeder seinen POT und hat evtl. auch LUCK (Glück) = POTLUCK.
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17.02.2011 Grenada, ganztägige Inseltour
Viele bekannte Gesichter treffen wir hier in der sehr gut besuchten Prickly Bay. Wie schon auf Barbados organisiert Bridget (WHITE ROSE) die Tour und den Chauffeur. Die Crews der
vier Schiffe SUNBURNT, WHITE ROSE, STEEL SAPPHIRE und ULANI haben bequem im Kleinbus Platz.
Wir fahren die Westküste hoch, besuchen einen Wasserfall im Regenwald, sehen Muskatnuss-, Mango und Cacaobäume. Besuchen eine Muskatnussfabrik, eine Rumdestillerie
eine Cacaofabrik und die Felskante von wo aus sich die letzten Awarak-Indianer in den kollektiven Tod stürzten um der Sklaverei zu entgehen.
Grenada ist übrigens der zweitgrösste Muskatnuss-Exporteur und produziert 30% des Weltmarktes! Kein Wunder dass die Muskatnuss die Nationalpflanze und überall präsent ist.
15.02.2011 Grenada, Prickly Bay und Hauptstadt St. George's
Die 38 Seemeilen bis Prickly Bay konnten wir mit angenehmen Winden von schräg hinten (räumlich) segeln. An der Küste von Grenada gab es zwischendurch mal einige Tropfen, aber
es lohnte sich kaum die Regenjacken anzuziehen. Zwischen den beiden grossen Inseln hat es eine Gruppe von kleinen Inseln (teils nur grosse Felsen) und einen aktiven Unterwasservulkan.
Dieser ist in der Seekarte vermerkt und um ihn herum ist im Umkreis von ca. einem Km eine strikte Verbotszone. Die Segelführer empfehlen sogar den Vulkan noch mit mehr Abstand zu umfahren.
Dummerweise liegt der Vulkan, der übrigens nicht sehr tief unter der Wasseroberfläche liegt (ca. 50-100m), genau auf der direkten Linie zwischen Carriacou und Grenada.
Sandra und ich schauen gespannt auf die Wassertemperaturanzeige während des nahen Passierens des Vulkanes. Kurz konnten wir 0.5 Grad Celsius mehr feststellen - ob es der Vulkan oder
einfach nur eine allgemeine Messungenauigkeit war - wer weiss. SUNBURNT kam hinter uns mit einigem Abstand und wesentlich östlicher als wir, leicht über den Rand der Verbotszone.
Die uns entgegenkommenden Schiffe mussten etwas gegen Wind und Welle ankämpfen und ignorierten teilweise die Verbotszone komplett - einer kam mitten durch...
Als wir uns der Südwest-Spitze von Grenada näherten, reduzierten wir von der Genua zur 17m2 Fock (JIB). Wir hatten gelesen, dass nach und beim Runden dieser Ecke der Wind
extrem auffrischen kann. SUNBURNT holte dann natürlich etwas auf und Tony funkte uns an um nachzufragen ob wir Gegenstrom hätten - er realisierte die verkleinerte Segelfläche nicht und
bemerkte nur, dass wir klar langsamer wurden. Kaum hatten wir gerundet hatten wir mehr Wind und natürlich genau auf die Nase. Schon nach kurzer Zeit bargen wir die
Segel ganz und motorten das kleine letzte Stück über 5m Grund mit Gegenwind bis 34 Knoten und etwas Welle. Wir brachten nur noch 3 Knoten Fahrt über Grund zustande! Tony
hatte etwas Respekt von dem Flachwasserabschnitt und machte lieber einen grossen Bogen - er kam deshalb etwa eine Stunde später zum Ankerplatz.
Das Bussystem in Grenada ist angenehm einfach aber ungewohnt. Wir kannten das System schon etwas von unserer Südamerikareise 1993. Auch dort hatten wir die Collectivos (Sammeltaxis).
Die Kleinbusse fahren in etwa immer die gleiche Strecke hin und zurück und sammeln unterwegs Leute auf. Es wird aktiv geworben (aus dem Fenster rufen und die Mitfahrt wird angepriesen) und
manchmal machen sie einen extra Bogen um vor einem Supermarkt noch schnell nachzuschauen ob nicht noch etwa pontenzielle Kunden zum Mitfahren überredet werden können. Die
Kleinbusse sind sauber, günstig und sehr praktisch. Es gibt keinen Fahrplan, man wartet einfach kurz an der Hauptstrasse - es kommt immer mal einer vorbei. Der Standardpreis
liegt bei 2.50 EC$ pro Person und Strecke (was ca. 0.80 CHF entspricht!). So fahren wir nach St. George's und haben ein super Mittagessen im deutsch/österreichischen Restaurant "Schnitzelhaus" -
direkt an der Wasserfront gelegen und gross am Haus angeschrieben. Tony und ich essen als Nachtisch dann noch einen Apfelstrudel mit Vanillesauce und einer extra Kugel Vanille-Eis - hhmmmm...
Wir ankern gerade vor der kleinen Prickly Bay Marina, die aus einer kleiner Steinmole besteht. Aber das beste ist hier die Unterhaltung im Restaurant das von einem Italiener geführt wird. Die
Pizzen sind wie in Italien, am Mittwochabend spielten wir Bingo und am Freitagabend spielt zuerst eine sehr gute Steelband und nachher den ganzen Abend eine Liveband. Wir
tanzten bis das T-Shirt durchgeschwitzt war.
Hinweis für andere Segler: Hier ist der Kanal 68 der Aufrufkanal für Segler - alle hören diese Frequenz - auch die Restaurants und Taxiunternehmen. Um ca. 07:20 - 08:00 Uhr
ist ein NETZ-Sendung auf CH68 aktiv - sehr informativ und gut geführt. Zweiter Tipp: Immer die Schiffspapiere und den Einklarierungszettel mit in den Schiffszubehörladen
mitnehmen - so kriegt man alles steuerfrei!
Wir buchen unseren Hurricanplatz bei Spice Island Marina. Am 31. Mai wird der Mast der ULANI gelegt und das Schiff ausgewassert. Obwohl wir erst Mitte Februar haben, hatten wir Glück
und erhielten den letzten "Cradle" (Stahlrahmen um das Schiff sicher abzustützen). Das ist etwas teuerer aber viel sicherer als die Einzelstützen. In der Marina hat es auch einen
Segelmacher - wir bestellen Blachenabdeckungen für unsere Kanister. Auch der schon lang fällige Yanmarservice konnte kurzfristig (3 Tage) organisiert und kompetent
durchgeführt werden. Das meiste kann ich selber machen (Oelwechsel, Filter tauschen, Reinigen der Wasser- und Luftfilter etc.) aber im Benutzerhandbuch steht, dass die
Turboreinigung von einem autorisierten Händler gemacht werden muss... Als ich sah was er machte, wusste ich, dass ich das beim nächsten Mal auch selber machen kann. Die
Arbeit war nicht teuer - für die 2 Stunden auf dem Schiff und etwas Kleinmaterial berechnete er 322 EC$ (ca. 120 CHF).
11.02.2011 Carriacou, Tyrell Bay (Grenada), Ankerplatz und Hauptort Hillsborough
Plötzlich taucht Tony (SUNBURNT) am Ankerplatz in Union auf. Er will noch an diesem Nachmittag weiter nach Carriacou. Diese Insel hatten wir eigentlich auslassen wollen. Wir planten
am folgenden Morgen direkt nach Grenada zu segeln. Da wir schon ausklariert hatten, haben wir uns spontan umentschieden und waren in einer Stunde abfahrtbereit. Wir segelten zusammen
nach Carriacou (Tyrell Bay).
Gemäss unserem Revierführer muss man mit dem Schiff für das Einklarieren in Hillsborough vor Anker gehen. Das direkte Weiterfahren zur besser geschützten und etwas südlich gelegenen
Tyrell Bay und dann mit dem Taxi zum Einklarieren zu fahren ist strengstens verboten. Wir machen Tony noch vor dem Ablegen in Union darauf aufmerksam. Er hatte aber
noch vor ein paar Tagen Kontakt mit anderen Seglern die das so machten und keine Probleme hatten - also machten wir es auch so. Im Büro der Immigration hatte dann Tony
auch prompt eine scharfe Warnung über sich ergehen lassen müssen und kam ganz knapp ohne Bussgeld (500 US$) davon. Vor ihm haben wir unser Formular abgegeben und der junge Beamte
hat uns nicht ermahnt - wir nehmen an er hat übersehen, dass auch wir in der Tyrell Bay liegen. Er hat uns sogar freundlich in Grenada willkommen geheissen.
Die Tyrell Bay hat uns sehr gut gefallen und können wir für einen Zwischenstopp nur empfehlen. Am Abend waren wir am Strand und genossen nebst Happyhour auch ein einfaches Fischmenü
vom Grill sowie später die lokale Steelband in einer Strandbar. Die Band war sicher nicht die Beste in Grenada, aber es war trotzdem ein sehr schöner Abend.
06.- 07.02.2011 Tobago Cays, Schnorcheln mit Schildkröten
Nach zwei Nächten und viel baden dazwischen, steuern wir die Tobago Cays an. Wir nehmen die sicherere Nord-West-Einfahrt und umrunden vorher Mayreau nochmals. Alles
keine Distanzen - nach bereits zwei Stunden laufen wir sicher in die Cays ein. Wir ankern auf 5 Meter Sand und geben 40 Meter Kette. In den kommenden Nächten gibt es einigen Wind
und auch kurze, heftige Regenschauer. Der Anker hält. Am Abend werden wir für ein Fisch-Dinner an Land erfolgreich angeworben. Auch der T-Shirt-Verkäufer macht unverhofft ein
gutes Feierabendgeschäft mit uns. An beiden Tagen fahren wir mit dem Beiboot in die Cays hinein und schnorcheln mit Meeresschildkröten!!! Die zahlreichen Tiere scheinen sich nicht mehr
richtig vor Menschen zu fürchten und lassen sich ganz nahe beim Fressen am Meeresboden zuschauen und filmen. Da die Riffe nicht allen Seegang abhalten und der Wind richtig bläst,
haben wir etwas Strömung und Wellengang - nicht einfach die Kamera ruhig zu halten... ich hoffe man kann noch etwas erkennen auf den komprimierten Internetfilmchen.
Nach den zwei Nächten fahren wir zurück nach Clifton (Union) wo wir den Schlussabend im Restaurant bei Lobster (Langusten), Shrimps (Garnelen) und einer Flasche Rotwein verbringen. Nach der letzten Nacht
bringen wir Marco und Giovanna noch zwischen zwei kurzen Regenschauern trocken an Land und zum nahegelegenen Flugplatz (500m). Sie fliegen via St. Vincent (Kingstown) nach
St. Lucia (Castries) nach Fort-de-France (Martinique) wo sie in den Flieger nach Europa steigen. Die kurzen Inseldistanzen sind jeweils nur 15 - 25 Minuten Flugzeit.
Unterwasserfilme Tobago Cays
04.02.2011 Union, Ankerplatz Clifton Harbour
Es ist nur ein kurzer Weg bis Clifton Harbour (Union). Bereits nach 50 Minuten liegen wir geschützt durch die Riffe an der nächsten Boje. Der Ankerplatz liegt offen gegen Osten und der
Wind kommt ungebremst ans Schiff, jedoch die Wellen brechen an den Riffen. Das Wasser ist genauso klar wie vor den letzten drei Inseln. Bei entsprechender Besonnung leuchtet der
Meeresgrund in verschiedenem Blau! Das kleine Dorf ist auf Touristen ausgelegt, denn von hier aus starten viele Schiffe in die Tobago Cays. Schon bei der Einfahrt in die Riffe werden wir
von Holz-Speedbooten angepeilt und es wird uns eine Boje angeboten. Man geleitet uns zu der selbstgebastelten Boje und fädelt sogar noch unser Tau ein... leider sind nicht alle
Einheimischen Fahrer so vorsichtig und auch nicht alle Boote genügend gefendert... wir haben nun einen tiefen Kratz im Gelcoat - bis runter aufs GFK. Kann man alles wieder reparieren, aber
es ärgert mich schon etwas...
03.02.2011 Mayreau, Ankerplatz Saline Bay
Nach einer unruhigen Nacht - bei Ostwind hatten wir grosse Wellen von Nord - wissen wir, dass es Zeit wird eine Insel weiterzuziehen. Nun liegt Mayreau auf unserer Route. Dort gibt es zwei
Ankerbuchten (Salt Whistle Bay und Saline Bay). Gemäss Revierführer sind beide eher unruhig, aber die Saline Bay sei noch etwas besser geschützt. Das überzeugt uns und wir
schnappen uns da wiederum eine Boje für 60 EC$. Am Nachmittag ist das Wasser noch ruhig, erst in der Nacht kommen wieder diese schei.. Nordwellen. Die Insel hat knapp 300 Einwohner
und scheint fast ein wenig verlassen. Die hotelanlagenähnlichen Strandbars und die vielen Liegestühle sind alle unbenutzt. Ein Nachfragen bei der Dame, die T-Shirts verkauft
löst das Rätsel: hier legt alle zwei Wochen ein Kreuzfahrtschiff an und bringt alle Passagiere für einen Tag an diesen Strand - dann erwacht Mayreau für einen Tag aus
seinem Dornröschenschlaf... Natürlich wirbt auch diese Insel mit den naheliegenden Tobago Cays - Marco und Sandra haben vom Dorfhügel aus entsprechende Bilder von den Cays geschossen.
02.02.2011 Mustique, Privat-Insel Ankerplatz und Villa Shania Twain
Mustique kann man gemäss unserem Revierführer schlecht von Süden her anlaufen, deshalb besuchen wir die Insel gleich am Anfang. Der Ankerplatz ist idyllisch und
es kommt karibische Ferienstimmung auf (Baccardi-Feeling und so). Reiner Zufall: Bekannte von Giovanna sind hier auf dieser Luxus-Insel in den Ferien. Sie haben
die Villa von Shania Twain inkl. 5 Angestellten für drei Wochen gemietet - wow dieses Haus. Wir sind für den Apéro eingeladen und werden per Miniauto (ähnlich wie Golf-Car)
am Dinghy-Steg abgeholt. Das Anwesen ist an bester Lage und bietet einen atemberaubenden Blick zu den Nachbarinseln - alles vom Feinsten! Das Nachtessen nehmen wir im
Strandrestaurant mit Liveband ein! Eigentlich gibt es nur ein teures Buffet-Arrangement, aber wir schaffen es irgend wir den Kellner zu überzeugen, dass das für
uns zu teuer ist für unseren kleinen Hunger. Es wird uns ausnahmsweise von der Menükarte serviert. Die Chemie mit dem Kellner stimmt und wir dürfen uns kostenlos noch vom Dessertbuffet bedienen.
Sogar ein Gratis-Kaffee lag noch drin... karibisches Feeling!
01.02.2011 Bequia, Port Elizabeth
Das Ein- und Ausklarieren kann man auf dem Inselstaat St. Lucia direkt miteinander erledigen, sofern man nicht länger als drei Tage bleiben will. Wir haben das so gemacht und
konnten nun ohne weiteren administrativen Aufwand (die waren hier recht kaltschnäuzig, aber korrekt) weiter ziehen. Im vor uns liegenden Zwergenstaat "St. Vincent and the Grenadines" (ca. 100'000 Einwohner), der
sich über viele kleine Inselchen verteilt, bleiben wir bis am Schluss der Reise mit Marco und Giovi. Die Buchten an der Küste der Hauptinsel St. Vincent sind
sehr in Verruf geraten, da dort von einigen Überfällen und Diebstählen berichtet wurde. So starteten Sandra und ich bereits um 04:00 Uhr um den langen Schlag nach Bequia bequem schaffen zu können.
Die Fahrt war rasant und die Atlantikwellen einmal mehr beeindruckend. Schon bereits um 15:00 Uhr legen wir an eine Boje an und zahlen dafür 50 EC$ (Sprich "Isi-Dollar") was geteilt durch
2.7 dann US$ ergibt (im Moment entspricht der US$ ja 1:1 mit CHF) = ca. 20 CHF. Im aquamarineblauen Wasser kontrolliere ich die Boje, die Kette und den Bojenstein, der eigentlich
ja kein Stein sondern ein alter Lastwagenmotor ist. Aus dem obersten grossen Loch schaut eine Moräne heraus! Kann also nichts schief gehen - das Bojengewicht ist bewacht;-)
31.01.2011 St. Lucia, Ankerplatz und Tagesrundreise auf der Insel
Da wir über Nacht direkt nach Bequia (Port Elizabeth) und bei Tageslicht einlaufen wollten, haben wir den Vormittag in Fort-de-France verbracht und auch noch etwas
Lebensmittel eingekauft. Am Nachmittag um 15:00 Uhr liefen wir aus. Wir wussten zwar, dass die Atlantikwellen zwischen den Inseln durchdringen und es etwas ruckeliger werden kann,
meinten aber das sei kein Problem. Ja uns zweien hat es dann auch keine Probleme bereitet, unsere Gäste jedoch wurden immer stiller und lagen zum Schluss nur noch in der Koje.
Es war bereits stockfinster, als wir gemeinsam entschieden nun doch einen Zwischenhalt in St. Lucia zu machen. Beim Einlaufen in die Ankerbucht konnten wir nur wenige Ankerlichter
ausmachen, da die Toplichter in den vielen tausend Lämplein an Land einfach untergingen. Nur der Radar verriet mir, dass sich mehr als 100 Schiffe in drei Reihen vor uns
am Anker lagen. Als hätten wir das schon oft gemacht, ankern wir hinter die Hintersten und legen uns ins Bett. Am kommenden Morgen sehen wir bekannte Boote (STURMVOGEL(D) und
NORA(CH) und verholen an einen etwas ruhigeren Platz.
Wir schieben zwei Ankertage ein und machen einen Ausflug zur Hauptstadt Castries und eine ganztägige Inselrundfahrt am folgenden Tag. Die Bucht ist relativ ruhig und die Marina
bietet Ferienstimmung pur. Wir liegen zwar nicht im Hafen, kommen aber gerne zum Kaffeetrinken her....
Wir realisieren nun alle, dass unsere Törnplanung etwas zu ambitiös und zu stressig gewesen wäre. Wir bauen die "Hin-und-Zurück-Route" um auf einen One-Way-Törn. Mit den
kleinen Insel-Hoppern können Marco und Giovanna auch von den südlicheren Inseln zurück nach Martinique fliegen. So haben wir mehr Zeit um kleinere Etappen zu segeln und auch
die Tobago Cays, Union-Island und all die anderen schönen Flecklein zu besuchen...
21.01.2011 Martinique, Tagesrundreise auf der Insel
Zusammen mit Joe und Helen von DREAM CATCHER mieten wir ein Auto und fahren quer über die Insel. Wir besuchen u.a. die Dörfchen an der Nord-Westküste, eine Rum-Destillerie mit Museum in Sainte-Marie, den Mont Pelée (1395 m.ü.M) und
folgen der rauhen Atlantikküste von Nord nach Süd. Am späten Nachmittag erreichen wir die Hafenbucht "Le Marin" und das Nachtessen nehmen wir im Touristendörfchen nahe bei
"Les Trios-Îlets" ein. Ein wunderbarer Tag und eine gute Übersicht von der grünen Insel Martinique. DREAM CATCHER hat nach der Atlantiküberquerung direkt Antigua angelaufen und ist
dann via Umweg über Sint Maarten und Besuch einiger anderer Inseln auf Martinique gelandet.
15.01.2011 Martinique, Ankerplatz vor Fort-de-France
Kurz vor der Insel sieht Sandra plötzlich einen Fleck der aussieht wie "kochendes Wasser". Beim zweiten hinsehen erkennen wir, dass eine Delphinschule mit grossen Tieren (einige bis 2.5m lang)
wahrscheinlich am jagen ist. Als sie uns sehen kommen sie sofort zu uns herüber geschossen und spielen aber nur kurz mit den Bugwellen bevor sie weiterziehen.
Der Ankerplatz auf 2.5 bis 6 Meter Sand ist direkt vor der Stadt Fort-de-France, dem Hauptort der Insel. Die Altstadt mit vielen Boutiquen, Restaurants und auch Souvenierläden beginnt
direkt vor uns nach der ersten Häuserreihe. Die Verpflegungsmöglichkeiten in den zwei grossen Supermärkten (Carrefour und LeaderPrice) sind wie in Frankreich. Wir können mal wieder
richtig europäisch einkaufen, wie letztes Mal auf den Kanaren. In der Stadt sind nebst wenigen Yachties und den Tagestouristen von der anderen Buchtseite wo die Hotels stehen,
vor allem Einheimische anzutreffen. Sie sind sehr freundlich und hilfsbereit! Die Insel ist absolut sicher, wir würden uns problemlos auch mitten in der Nacht auf die Strasse
wagen (nur schlafen wir dann schon lange). Auch wird hier nicht mehr gestohlen wie in jeder europäischen Grossstadt. Mit etwas Vorsicht (Beiboot immer an Kette abschliessen etc.) hat man
hier garantiert eine gute Zeit!.
09.01.2011 Barbados, Tagesrundreise auf der Insel
Da wir diese Insel nicht mehr besuchen werden (gegen Wind und Wellen kommt keiner zurück nach Barbados) wollten wir auch etwas vom Inland sehen. Wie viele andere Segler auch,
klärten wir ab wer sich zusammen tun könnte um gemeinsam einen Kleinbus zu mieten und mit einem Führer einen Tagesausflug zu machen. Wir waren 9 Personen und hatten einen sehr sympathischen
Fahrer/Führer der total Fan von "seiner" Insel ist. Nebst vielen Informationen hat er auch unsere Fragen geduldig beantwortet und uns an einige schöne Plätze geführt.
Die Insel ist nicht vulkanischen Ursprungs, sondern nur aus Korallen entstanden. Deshalb ist sie auch relativ flach (ca. 350 m). Aber obwohl es weder Flüsse noch Seen gibt, ist die
Insel sehr grün und hat viel Gras und Bäume! Die Lage beschert dem Eiland regelmässige kurze Niederschläge und so gedeihen hier schöne Blumen und Pflanzen. Wir besuchten
den "Flower-Forest" einen botanischen Garten im Urwald.
06.01.2011 Barbados, Bridgetown - unsere Ankerbucht für diese Insel
In der Ankerbucht angekommen haben wir von anderen Seglern erfahren wie mühsam das Einklarieren hier in Bridgetown sei. Wir hatten ja ein ganz einfaches Prozedere und dies 50m vom
Steg entfernt (Tankstelle Port St. Charles). Zum Glück habe ich davon im Vorfeld schon gelesen und so konnten wir nun gelassen im Sandgrund der weiten Bucht unseren Anker
fallen lassen.
Unterwegs auf dem Atlantik haben wir schon wieder einmal eine ToDo-Liste zusammengestellt. Nach einem ruhigen ersten Tag begannen wir die Punkte ab zu arbeiten.
So Dinge wie Oel-Wechsel Hauptmotor, Generator kontrollieren, Wassermacher testen (ging unterwegs nicht - Problem erkannt), Kanister verstauen, Internet suchen,
Entsorgen von Abfall und Altoel, Tanken (ist noch offen), Infos an Verwandte/Bekannte die uns begleitet haben, Homepage nachführen, E-Mails beantworten, Riggspannung entlasten, Muscheln
vom Unterwasseranstrich abschaben (Muscheln haben sich während der Fahrt angehängt), Ruder kontrollieren, Free-Diver testen (und gleich die Sicherung damit verheizt -
also neuer Punkt: Sicherung suchen und ersetzen).... einfach der ganz normale Seglerstress;-)
PS: Die Einheimischen hier stehen auf Pferderennen und diese Rennpferde wurden gleich bei unserem Schiff gebadet und gezwungen ein riesen Stück hinaus zu schwimmen.
Auf dem Rückweg kamen die Betreuer den Pferden kaum nach!
06.01.2011 Barbados, Ankunft und Einklarieren in Port St. Charles
Schon früh morgens sahen wir den Lichtschein der Insel. Ich hatte ja immer mitgerechnet, wann wir in etwa ankommen würden. In den letzten Tagen hat sich dann gezeigt, dass wenn wir
mit unseren 5-6 Knoten weiterfahren, mitten in der Nacht anlanden würden; was wir aber nicht wollten. Somit haben wir 24 Stunden vor der Ankunft den Speed gedrosselt und haben uns
dann mit den ersten Sonnenstrahlen der Insel genähert und die Nordspitze umrundet. Hinter der Insel war kaum Seegang und wir legten in Port St. Charles an um einzuklarieren. Am liebsten
wären wir da in der Marina auch gleich für ein paar Tage geblieben, aber die wollten über 110 USD pro Nacht haben.... einfache Entscheidung - gleich nach dem ersten Bier und dem Einreisen
haben wir noch etwas geruht und sind dann weiter in den Süden zum Ankerplatz. Die ca. 10 Seemeilen haben wir fast alles gemütlich im Lee der Insel gesegelt.
Trans-Atlantik : 21. Dezember 2010 bis 6. Januar 2011
Nach drei Nächten in der Marina (Kap Verde) haben wir uns super erholt. Wir wollen noch weitere Dieselkanister kaufen, jedoch scheint dies hier nicht möglich zu sein. Wir behelfen uns
mit 10 Liter Wasserkanistern (nehmen dafür einfach 20 Stück!). Leider ist dieses Jahr der Passatwind nicht zuverlässig und bereits die ARC-Regatta brauchte viel mehr Zeit
um den Atlantik zu bewältigen. Viele Schiffe hatten schlicht zu viel Diesel verbraucht, so dass fast alle einen Zwischenstopp hier in Mindelo einlegen mussten. Aus diesen
und anderen Erfahrungsberichten (wir hörten von Überfahrten von 30-35 Tagen, von treiben lassen und auf Wind warten etc.) resultierte unsere Taktik: Mehr Diesel beruhigt ungemein.
Da wir für ein Langfahrtschiff einen eher kleinen Dieseltank haben (280 Liter) haben wir noch zusätzlich 400 Liter in Kanistern mitgenommen.
Anfangs hatten wir einen Tag lang wunderbaren Ostwind und machten angenehme Fahrt. Im Kanal zwischen den Inseln, gleich ausgangs der Bucht, hatten wir sogar 8 Knoten Speed - und dies nur mit
der offenen Genua (siehe auch Bild 1 und 2). Leider schon am zweiten Tag kam der Passatwind wieder durcheinander, drehte und stellte fast ab. Statt mit schlagenden Segeln
zu dümpeln motorten wir 12 Stunden und kamen rasch wieder in einen Bereich wo segeln möglich war. Ich hatte mich für den möglichst direkten Kurs (Grosskreis) Richtung
Barbados entschieden, obschon viele andere Segler lieber zuerst noch weiter in den Süden hielten. Sie erhofften sich dadurch beständigere und etwas stärkere Winde. Aber der Umweg rechnete sich nicht. Wir
hatten 16 Nächte für die Passage (am Schluss eher noch etwas gebremst um bei Tageslicht anzukommen) - andere machten einige Hundert Seemeilen mehr Weg und waren auch mit etwas mehr Speed
unterwegs, brauchten aber auch zwischen 14 und 18 Nächten.
Unsere Positionsmeldungen, die wir täglich per E-Mail (IRIDIUM) versendeten, erhielt auch STURMVOGEL, ein deutsches Schiff mit vier Personen an Bord. Sie hatten etwas Pech und
verloren mitten auf dem Atlantik das Vorstag und somit auch die Genua. Mit Glück konnten sie den Masten in den Wellen rechtzeitig sichern (Falle nach vorne). Nur mit dem
Grosssegel mussten sie mit wenig Fahrt ausharren. Für die ganze Strecke brauchten sie 40 Tage (im Vergleich: Wir brauchten 7 + 16 Nächte = 24 Tage). Insofern war unser defensives Segeln
schon richtig.
Anfangs wurden wir noch von Delphinen begleitet und ca. 200 Seemeilen vor Barbados schwammen zwei Wale drei (!) Stunden mit uns. Ausser einigen Regenschauern und auch Squalls hatten wir meist schönes Wetter
und sehr warme Temperaturen. Auch das Meer wurde immer wärmer - hier jetzt 28,5 ° C auf unserer Anzeige.
Abgesehen von ein paar "Löchern" hatten wir dann doch meist so was wie der Passatwind (Ost oder Ost-Nord-Ost oder auch Ost-Süd-Ost). Und wir fanden heraus, dass es am angenehmsten und am
effektivsten ist einfach die Genua auszubaumen. So konnten wir platt vor dem Wind - ohne dass das Segel in den grossen Wellen zu schlagen beginnt - laufen lassen. Natürlich
haben wir auch das Gross mal versucht (Schmetterling) und ebenfalls das zweite Vorsegel (Fock) mit Ersatzspibaum ins Luv gedrückt. Aber wenn der Wind auffrischte war es immer
eine Demontier-Übung! Wenn wir alleine die Genua ausgebaumt hatten, konnten wir immer einfach einrollen und den Spibaum nach vorne schwenken lassen. Auch die Windsteuerungsanlage
lief am Besten wenn wir nur Vorsegel gesetzt hatten (bei den Aufnahmen der kleine Film war jeweils nur die Genua ausgebaumt). Selbst grosse Wellen die unser Heck seitlich
weg geschoben haben, waren für den Windpilot kein Problem! Laut- und stromlos verrichtete der Windpilot seinen Dienst.
Das Schaukeln in den grossen Wellen hat uns nicht gross gestört - man gewöhnt sich schnell daran. Auch dass man nachts einfach ins Schwarze rein segelt haben wir sehr schnell
mit Gelassenheit genommen, da wir ja den Radar und das AIS immer an hatten. Wir haben sowieso nur 5 Schiffe gesichtet, davon 4 am Tage und alle mit ausreichendem Abstand. Im
Prinzip hätten wir uns auch gleich beide schlafen legen können. Ob ich dann wirklich geschlafen hätte...? Es war uns natürlich wohler zu wissen, dass der andere am Radar Wache hält.
Wir wechselten nachts alle 2 Stunden - was für uns das optimale war.
Filme zur Selbststeuerungsanlage Windpilot Pacific
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Bemerkung zum Papierausdruck:
Die neuesten Berichte sind am Anfang und die ältesten am Schluss.
Wer die Texte in chronologischer Reihenfolge lesen möchte,
sollte mit den Abschnitten am Schluss beginnen.
Alle Bilder können im Internet in einer grösseren Version betrachtet werden.
Besucht uns unter www.ochsenbein.ch
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