Bilder und Berichte 2012
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Karibik, Januar - Juni 2012
20.02.2012 Amerikanische Jungferninseln (USVI), St. John Cruz Bay
Wir kommen...
18.+19.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Soper's Hole
Nach einem sehr gemütlichen Platt-Vor-Dem-Wind-Segeln (kaum Wind und somit nur ca. 2 Knoten Fahrt) erreichen wir Soper's Hole. Diese Bucht liegt am
Westende von Tortola und ist hoffnungslos überfüllt. Vollgespickt mit Bojen, die so nahe liegen, dass Heck-Heck-Berührungen möglich sind. Dazu kommen die
langsamen aber unkontrollierten Bootsdrehungen die von den Strömmungen ausserhalb der Bucht verursacht werden. Eine Boje scheint frei zu sein und erst
als wir fertig angelegt haben merken wir warum... es ist eine private Boje. Nicht ideal, denn wenn abends der Besitzer zurückkehrt, sind wir gezwungen
hier auf 24m Wasseriefe zu ankern (mit diesen Drehungen - ojeh). Später wird eine andere Mooringboje frei und wir wechseln. Da wir nun am Rande des Bojenfeldes
liegen, können wir einen Heckanker (mit 60m Leine) mit dem Beiboot ausbringen und unsere Position des Schiffes - Heck möglichst weit vom Bojenfeld weg)
fixieren. Auch wenn die anderen ungünstig drehen, uns erreichen sie nicht mehr.
Am letzten Abend werden wir von Sandras Eltern Carlo und Lori zum Abendessen ins Pusser's eingeladen. An der Bar geniessen wir zuerst einen Longdrink
(ich hatte meine bisher beste Pinacolada) und das Essen wurde uns auf der Terrasse im ersten Stock serviert. Als wir zur ULANI zurück tuckerten war es
Windstill und das Meer präsentierte sich wie ein Spiegel.
Nun ist Sonntagmorgen und nach dem Morgenessen wird gepackt. Unsere Gäste haben noch eine Woche Hotelferien hier in Westend gebucht und verlassen
heute Nachmittag unser Schiff und fahren per Taxi ins nahe gelegene Hotel.
In den zwei Wochen hatten wir richtig gutes Ferien-Segel-Wetter! Von Insel zu Insel sind wir immer gesegelt und hatten keine hohen Wellen. Die Eltern
von Sandra wurden nie seekrank und wir haben viel Karten gespielt - so richtiger Urlaub (auch für uns).
18.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Sandy Cay
Auf dem Weg in die letzte Ankerbucht machen wir noch einen kurzen Badestopp vor Sandy Cay. Das Wasser ist trüb vom aufgewühlten Sand. Aber der Botanische Lehrpfad
enttäuscht, da die Pfanzen nicht beschriftet sind und die Insel voller Mücken ist. Zum Glück habe ich etwas genug vom Schnorcheln und bleibe an Bord (Bilder ordnen -
die Homepage und die vielen Bilder drohen zu einem Pendenzenberg anzuwachsen) - habe also nichts verpasst.
17.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Sandy Spit
Auch an diesem Tag segeln wir bei besten Bedingungen (Am Wind und 7 Kn) direkt von Norman Island hoch zu Jost Van Dyke. Alle Distanzen sind sehr kurz hier - ein
"langer" Segelschlag bedeutet hier zwei Stunden segeln. Meistens erreichten wir unser Ziel schon nach einer Stunde.
Als wir Jost van Dyke (so heisst diese Hauptinsel dieser kleinen Inselgruppe) anlaufen, ziehen wir eine Runde im Little Habour. Alle Bojen sind noch leer - also könnten wir nach dem Besuch
von Sandy Spit hierher zurückkommen. Wir drehen also nur eine Runde und fahren gleich zu Sandy Spit - hier ankern wir in 3m Wassertiefe auf Sand. Mit dem
Beiboot besuchen wir die Mini-Insel, spazieren rundherum und schnorcheln am Rande des Riffs. Das Wasser ist leicht trüb vom Sand und es hat nicht so viele Fische
wie bei The Indians (nun sind wir etwas verwöhnt;-).
Der Ankerplatz ist leicht bewegt, da die Wellen zwar am schützenden Riff gebrochen werden, jedoch leicht darüber schwappen. Trotzdem
gefällt uns der Ankerplatz so gut, dass wir über Nacht bleiben. Wir jassen einen Schieber und anschliessend Schellenjass (schweizerische Kartenspiele).
So geniessen wir wieder einen schönen Abend - aber eine unruhige Nacht.
16.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), The Indians
Auf dem Weg nach Norman Island stoppen wir bei The Indians. Diese Felsen sind an sich nichts besonderes, aber die Unterwasserwelt schlägt alles was
wir bis anhin gesehen haben. Wir erwischen die letzte Boje und schnorcheln, filmen, fotografieren und staunen (siehe auch Filme).
Das Schorcheln hier ist ebenfalls ein Muss! Die Bojen sind kostenlos und dürfen nur tagsüber benutzt werden. Am meisten Fische trafen wir zwischen the Indians und
Pelican Island (kleine Inseln nebenan). Anschliessend wechseln wir in The Bights (Norman Island).
Filme vom Schnorcheln bei The Indians
12. - 13.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Tortola, Road Town
Eigentlich kann die Hauptstadt Road Town auf der Törnplanung gleich ausgelassen werden. Wir ankern auf 11m Tiefe und liegen einigermassen ruhig, wenn nicht gerade
eine Fähre an uns vorbei donnert. Die Stadt ist eher ein Dorf und bietet für uns Segler nicht viel. Trotzdem bleiben wir zwei Nächte um am mittleren Tag ein
Auto zu mieten und die Insel zu erkunden - teils auf Naturstrassen! Mit dem Auto können wir auch den riesigen Supermarkt erreichen und bunkern gleich etwas
Proviant für die nächsten Tage.
12.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Cooper Island
Die nächste Insel mit einem Ankerplatz ist Cooper Island. Hinter der Insel gibt es anscheinend Verwirbelungen von den Strömungen und kaum Wind, so
dass die Boote kreuz und quer stehen können. Wir nehmen eine Boje und haben genug Abstand.
Ein Hotelressort und vile private Grundstücke machen einen Besuch im Inland unmöglich. Wir schnorcheln und treffen Barakudas an. Einer direkt unter unserem Schiff.
Am Ufer spazieren wir kurz am Strand (Strände sind hier immer öffentlich).
09.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Virgin Gorda, The Bath
Nach knapp zwei Stunden segeln erreichen wir Spanish Town und Ankern für der Marina-Einfahrt. Hier hat es einen kleinen Supermarkt um unsere
Frisch-Vorräte aufzustocken. Ein eigentliches Dorf (Stadt schon gar nicht) gibt es nicht, Spanish Town besteht im Wesentlichen aus der Marina.
Es gibt noch einige Strassen und verstreut Häuser und Holzverschläge.
Der Ankerplatz ist aber ideal um am nächsten Morgen früh zu dem Bojenfeld "The Baths" zu fahren. Die Bojen sind kostenlos, können aber nur tagsüber
benutzt werden. Wie ihr auf den Bilder sehen könnt, ist es hier wunderschön und aus diesem Grund ist es auch kein Wunder, dass jeder Segler von The Bath weiss.
Auf den Touristen-Bussen ist sogar ein Bild davon auf den Nummerschildern als Hintegrundbild zu sehen!
Der Name "The Baths" entstand durch die vielen kleinen Badewannen die zwischen den Felsen sind. Es führt ein kleiner Pfad durch die Felsen.
Zum Teil wird es eng aber es geht immer weiter bis an den nächsten Strand der Devils Bay heisst. Das Bücken und Suchen des Pfades lohnt sich. Zwischendurch
finden wir nicht den Weg und wollen aufgeben, aber da ich wusste, dass der Weg erst am nächsten Strand endet, gingen wir ein Stück zurück und fanden
den richtigen Weg wieder. Es lohnt sich!
Wir ergattern eine gute Boje und fahren mit dem Beiboot an Land. Die Landung am Strand ist abenteuerlich (kleine Brandung) - es geht aber alles gut. Das
Schlauchboot darf nicht am Strand bleiben (verboten). Als Beiboot-Anbindestelle dienen blaue Bojen - nahe am Strand. So fahre ich alleine nochmals
raus und schwimme zurück ans Ufer. Der Besuch hier ist ein MUSS!
Filme vom Felsenpfad in The Baths
07.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Virgin Gorda, Bitter End
Am ersten Abend besuchen wir das bekannte Ressort Bitter End Yacht Club. Wir haben nur das Nötigste dabei und wollen uns nur mal umsehen - zum Glück
haben wir unsere kleine Kamera (Taschenformat) dabei und können im besten Licht einige Bilder vom Bitter End Yacht Club schiessen.
Von der NORA (Reini und Erika) haben wir einige Tipps erhalten. So besuchen wir die Flamingos und am zweiten Tag besteigen wir den 350m hohen Hügel
auf dem ca. zweistündigen Trails (inkl. Fotostopps).
06.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Virgin Gorda, North Sound - Pelikane
Direkt vor uns am Strand jagen - oder eher fischen - die Pelikane. Und das Beste ist: Ich habe alle Fotokameras und Zooms dabei!
05.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Virgin Gorda, North Sound
Gestern Abend holten wir Sandras Eltern vom Flugplatz ab. Von unserem Ankerplatz in der Trellis Bay (Boje) konnten wir zu Fuss zum Airport gehen.
Es sind kaum 500m vom Beiboot-Anlegesteg zum Terminal! Unklar warum, aber die beiden waren nicht auf dem gebuchten Flug. Kein Telefon und keine SMS hat
uns erreicht. Wir fragen eine Security-Lady und erfahren aus dem Computer, dass unsere Gäste auf dem vier Stunden späteren Flug sein werden - niemand
weiss warum... also warteten wir nochmals vier Stunden und da waren sie - alle erleichtert.
Beim Erreichen der ULANI ist es bereits 22:30 Uhr und die Betten sind schnell gefüllt. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen segeln wir in den Nord-Osten von
Virgin Gorda in die Bucht von North Sound.
Wir bleiben hier gleich zwei Nächte vor Anker und unternehmen kleine und grössere Spaziergänge. Wir besuchen Flamingos, den berühmten Bitter End Yacht Club,
machen eine kleine Bergwanderung (zwei Stunden) und schiessen viele Fotos von dieser schönen Gegend und dem schmucken Hotelressort.
04.02.2012 Britische Jungferninseln (BVI), Überfahrt am letzten Tag
Am Samstag um 02:00 Uhr bimmelt unser Wecker und wir machen uns auf den Weg. Wir haben Glück und das Wetter spielt mit - Wind 16-20 Knoten und die
Wellen sind in der Inselabdeckung noch klein, steigern sich aber bis zwei Meter. Nach der Ankunft sind wir etwas müde, gehen aber in Spanish Town noch einklarieren.
Kaum habe ich Sandra in der Marina abgesetzt und bin zurück auf der ULANI, ruft sie mich per Funk schon wieder an, denn sie sei schon fertig.
Unkompliziert und auch sehr günstig (3 Wochen Bewilligung mit allem drum und dran für nur 14.50 USD!).
Am Sonntagmorgen verschieben wir in die Trellis Bay (1 Stunde Genua-Segeln) und treffen da COBA LIBRE und NORA. In der überfüllten Bucht nehmen wir eine
Boje (25 USD). Die Crews beider Schiffe kommen nachmittags, nacheinander auf ein Bier bei uns an Bord. Nach beidseitigem Update müssen wir aber nun an Land und
zu Fuss an den Flughafen - Carlo und Lori (Sandras Eltern) kommen.
02.02.2012 Sint Maarten, Maho Beach, gleich vor der Landebahn
Zuerst versuchten wir mit dem Beiboot an den berühmten Strand zu gelangen. Von der Lagunenseite her, nördlich der Piste durften wir das Beiboot nicht festmachen und
von der Meerseite her waren die Wellen so wild, dass ein Anlanden am Strand sehr nass geworden wäre. So gingen wir zu Fuss, von der Sipmson-Brücke her kommend,
dem grossen Strand der Simpson Bay entlang. Nach ca. 45 Minuten erreichen wir unser Ziel. Zurück haben wir uns fahren lassen, denn nach dem Strandspaziergang und
dem Fotografieren am Strand hatten wir genug vom Laufen in der Sonne.
Filme von einigen Landungen am Maho Beach
26.01.2012 Sint Maarten (Niederlande), per Bus in den Hauptort Philipsburg
Das in Guadeloupe bestellte Segel (Genua) sollte schon hier sein, aber es klappte nicht - so überrascht waren wir ja nicht... Wenn wir einige Tage warten würden,
könnten wir das Segel noch hier entgegen nehmen und «anprobieren». Sint Maarten ist in Sachen "Zoll am Flughafen" sehr unkompliziert und schnell -
wäre also am Einfachsten.
Das Segel kommt nun am Freitag 3. Februar direkt aus Südafrika. Und am Sonntag kommen die Eltern von Sandra an Bord - in den BVI's!!!
Das heisst wir müssen noch eine grosse Distanz segeln (85 sm) und haben keine Reserve mehr. Am Samstag um 02:00 Uhr wollen wir los, damit wir am späteren Nachmittag
in Spanish Town ankommen. Nun ist das eingetreten, was wir immer zu vermeiden versuchen - wir müssen am Samstag segeln - egal wie der Wind und die Wellen sind!
Wir haben also viel Zeit hier in Sint Maarten und u.a. machen wir einen Ausflug mit dem Bus nach Philipsburg (Minibus-System alla Caribbean: 2 USD/P). Kaum haben wir die
Lagune verlassen zeigt sich, dass es sich auch hier um eine normale karibische Insel handelt - uns sehr sympathisch!
Für die Kreuzfahrtschiffe mit ihren tausenden von Touristen wurden ganze Ladenstrassen eingerichtet. Sint Maarten ist bekannt für zollfreies einkaufen. Ob
die Preise netto wirklich so günstig sind? Viele Geschäfte sind in indischer Hand - war übrigens auch in Gibralter so.
26.01.2012 St. Martin, Einklarieren in Frankreich, Hauptort Marigot
Ganz im Nord-Osten der Lagune liegt Marigot, Hauptort des französischen Teils. Das Wasser ist hier teilweise nur 1 Meter tief und nur ein sehr schmales Fahrwasser
wurde ausgegraben um die kleine Marina zu erreichen. Hier liegen denn auch vorallem Motorboote und Katamarane, die kaum Tiefgang haben. Direkt in diesem kleinen aber
schmucken Hafenbecken klarieren wir ein.
26.01.2012 St. Martin / Sint Maarten - Eine Insel zwei Länder
Die eher kurze Überfahrt hatte mehr als genug Wind zum Segeln. Die Wellen haben sich noch etwas gesteigert (bis fast 3m) aber wir kamen sicher und
zügig voran: und vor allem rechtzeitig für die Brückenöffnung in die Lagune. Wir warteten in der Simpson Bay vor der Brücke, die sehr pünktlich öffnete! Viele
Yachten sind schon hier - auch wegen der Wettersituation, da es draussen in den Ankerplätzen etwas wellig ist. Superyachten gehen meist in eine der
vielen Marinas - wir bevorzugen das Ankern in der nur 2-3 m tiefen Lagune.
Die Brückendurchfahrt kostet 10 US$ falls man auf der niederländischen Seite
anlegt oder ankert. Auch ist das Ankern auf der NL-Seite nur gegen eine Gebühr (ein paar Franken pro Tag) erlaubt. Ein paar Meter nördlicher beginnt allerdings
Frankreich. Hier ankert man kostenlos und wenn man bei der Brückendurchfahrt angibt, dass man nach Frankreich geht, ist auch die Brücke gratis.
Eine Grenze zwischen den Ländern gibt es nicht. Käse kaufen wir in Frankreich und Coca Cola in den Niederlanden. Im niederländischen Teil spricht man Englisch, was zwar auch
in Frankreich verstanden wird - aber da sprechen sie dann schon lieber französisch. Überall kommt man gut mit dem Beiboot hin - es herrscht ein reger Schlauchboot-Verkehr hier
in der Lagune. Die Währungen sind übrigens auch unterschiedlich: Frankreich hat den Euro und der niederländische Teil nimmt am liebsten den US Dollar.
Auf dem Banner (Bild oben) sieht man Mitte-Links die Piste des Flughafens und Mitte-Rechts unser Ankerplatz unterhalb des spitzen Hügels (Mont Fortune).
PS: Für das Pelikan-Foto musste ich einige Zeit im Cockpit ausharren. Am letzten Abend in St. Barth kamen sie immer dann, wenn ich die Kamera nicht bereit hatte... aber
irgendwann hat mich der Ehrgeiz gepackt und habe gewartet, gewartet...
23. - 25.01.2012 St. Barth (oder auch Saint Barthélemy genannt), am Ankerplatz vor Gustavia
Zuerst einige Worte zur Überfahrt. Trotz der bis 2m hohen Wellen und starkem Wind (15-20, teils in Böen bis 26 Kn) hatten wir eine sehr schöne Überfahrt, da
unser räumlicher Kurs (Wind von hinten rechts) aus dem Wind einfach Speed machte und die Wellen rollten unter uns durch. Um bei Tageslicht in St. Barth anzukommen,
mussten wir schon sehr früh morgens los. Die beiden Wecker summten uns um 04:00 Uhr ins Ohr und bereits um 04:15 Uhr wurde Anker gelichtet. Mit Lichtstrahler und
Radar leise vorbei an den anderen Ankerlieger und dem Schiffswrack in der Einfahrt.
In den ersten zwei Stunden hatten wir fast 8 Kn Fahrt (ich bin mir fast sicher, dass da noch die Strömung geholfen hat). Bei Tagesanbruch segelten wir noch über
7 Kn und dachten das könnte der Tagesschnitt werden. Der Wind liess aber auf halber Strecke etwas nach (fiel auf 12-15 Kn) und so pendelten wir uns bei ca. 6 kn ein.
Immer noch ein guter Speed und wir erreichten so den überfüllten Ankerplatz um 15:30 Uhr. Im Schnitt also noch immer über 6.3 Kn - wir waren sehr zufrieden aber müde
als wir ankamen.
Der Landbesuch mit Beiboot war eigentlich nur für das Einklarien gedacht, aber spontan haben wir uns etwas umgesehen - sind einer Strasse gefolgt - falsch abgebogen - und
gelaufen und gelaufen. Als wir beim Flugfeld ankamen dachtn ich (Philippe), dass wir jetzt noch ein paar Bilder schiessen und wieder zurückkehren. Aber Sandra
entdeckte noch diesen schönen Strand (von weitem) den wir dann auch noch besuchten. Ich muss sagen es hat sich gelohnt (schaut euch die Bilder an - was für ein Ferienparadies!).
Auf dem Rückweg haben wir noch den Leuchtturm besucht und für heute Abend eingekauft. Hmmmmm es wird Rindsfleisch grilliert.
Die Insel ist im Übrigen sehr französisch und von gehobenem Standard. Es gibt keine Strassenverkäufer, keine Bootboys, keine Bruchbuden und fast keine dunkelhäutigen
Einwohner. Es ist sauber und gepflegt. Man kauft hier ein bei Gucci, Lous Vuitton oder Bulgari und diniert im gediegenen Restaurant (ähhhh also nicht wir - sondern nur
die Herrschaften der Luxusyachten und die Hotelgäste *****(*). So ist es irgendwie logisch, dass wir - mit 12 Euro pro Nacht für am Anker zu liegen - unseren Beitrag leisten;-))
Film von der Landung und dem Durchstarten in St. Barth.
22.01.2012 Antigua, Ankerbucht Deep Bay im Nord-Westen
Antigua ist definitiv eine sehr schöne Insel. Hügelige Landschaft mit vielen Palmen. Rund um die Insel hat es viele schöne Sandstrände. Ein Seglerparadies
ist es sowieso und für die Regatten sowie die Antigua-Sailing-Week sehr bekannt. Die eigentliche Bevölkerung ist von dunkler Hautfarbe und lebt auch so. Also
in einfachen Häusern auf dem Lande. Ausserhalb der Touristenanlagen, ist es ein einfaches Land.
Etwas störend fanden wir die Gebühren. Für das Einklarieren und die Segelbewilligung zahlt man anderswo auch. Hier ist es einfach teurer und dazu kommen noch
Marineparkgebühren (ok - verstehen wir noch) und Ausklarierungsgebühren von 28 US$. Sofern eine Leistung erbracht wird, versteh ich die Gebühr, aber das Ausklarieren
hat noch in keinem Land bisher was gekostet (und wenn dann ganz wenig). Hier zahlten wir fast 90 US$ Gebühren für die paar Tage Antigua (am Anker). Zum Vergleich:
In Frankreich kostet das Ein- und Ausklarieren sowie das Besegeln der französischen Gewässer nichts (null, niente, nada, rien, nothing!!!!).
Die Deep Bay hat uns sehr gut gefallen - so gut, dass wir spontan noch einen Tag angehängt haben - wir waren also sozusagen nun schwarz im Lande, denn der
Ausreisetermin war ja schon abgelaufen. Der Spaziergang hoch in die Ruine auf dem Nord-Hügel der Bucht und der Strandbummel mit anschliessendem kalten Getränk in
der Hotelbar waren ein schöner Abschluss für Antigua. Morgen wollen wir früh los... Richtung Nord-Westen.
18.01.2012 Antigua, mit dem Bus in die Hauptstadt St. Johns
Eigentlich war der Stopp auf Antigua mit wenigeren Tagen geplant. Da wir uns halt eben nach der Natur richten müssen, hängen wir hier etwas länger fest.
Ein Tiefdrucksystem im Norden verursachte hohen Seegang. Dieser Nordschwell (über 3m) warten wir lieber hier in der geschützten Bucht ab, bevor wir wieder
Richtung Nord fahren (geplant ist ein kurzer Stopp auf Barbuda). Unsere Planung beinhaltet immer etwas Zeit-Reserve, die wir diesmal wirklich brauchen! In der
Zwischenzeit machen wir halt eben Inselausflüge.
Das Bussystem auf Antigua entspricht wieder dem karibischen Muster. Die Ausnahme waren nur die französischen Inseln. Hier auf Antigua sind wieder
die kleinen Busse (Nummernschild beinhaltet am Anfang das Wort BUS) unterwegs. Für die ca. 15 minütige Fahrt in die Hauptstadt St. Johns haben wir 3.75 EC$
pro Person bezahlt (entspricht ca. 1.20 CHF). Gleich bei den Kreuzfahrtschiffen wurden für die vielen Touristen einige schmucke kleine Häuser und
Verkaufsstände hergerichtet, jedoch dahinter verbirgt sich keine wirklich schöne Stadt.
15. - 17.01.2012 Antigua, der berühmte English Harbour
Als Erstes zieht es uns in die berühmte Hafenanlage von Admiral Lord Nelson. Die Millionen der EU wurden hier gut investiert und die ganze Anlage ist ein
richtiges Touristenmagnet. Der Besuch hat sich gelohnt.
Wir schnorcheln etwas unter dem Schiff, lassen das Gas auffüllen und gönnen uns ein Abendessen beim Italiener in der Catamaran-Marina - mmhhhh!
14.01.2012 Antigua, schnelle Überfahrt mit hohen Wellen und viel Wind
Um 07:20 Uhr setzten wir nach der Durchfahrt durch den Rivière Salée die Segel. Anfänglich noch die Genua später dann die Fock und das Reff 1. Wir hatten
2.5m bis 3m hohe Wellen von Ost-Nord-Ost (also seitlich bis leicht von rechts vorne und Wind von 16Kn bis 29Kn von Ost (Halbwind). Die Ulani meisterte die Wellen
sehr gut, auch wenn zwischendurch mal das ganze Deck durch überkommendes Wasser nass wurde.
Wir konnten aber zwischen 6 und 8.5 Knoten Fahrt (über Grund) machen und sind alles auf einem Bug gesegelt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit über die ganze Distanz von
40 Seemeilen lag bei über 7 Knoten (zum Vergleich: wir kalkulieren bei der Planung immer mit 5 Kn). Also eine schnelle wenn auch etwas ruppige Überfahrt.
Wenn wir dann schon das erste mal in Antigua anlanden, wollten wir natürlich im berühmten English Harbour ankern. Da verbrachten wir auch die erste Nacht,
aber die Bucht war so voll und die Böen mit den drehenden Schiffen (Ströumngen in der rechten Buchthälfte) war nervig. Auch der harte Ankergrund wirkte nicht
beruhigend.
Als auch die Situation nach einigen Ankermanövern nicht besserte entschliessen wir uns in die Nachbarsbucht Falmouth Harbour zu wechseln. Hier hat es Platz und
wir liegen auf 2.5 bis 3m Tiefe mit sehr gut haltendem Sand - und das in sauberem Wasser!
14.01.2012 Guadeloupe, die Fahrt durch den Rivière Salée
Die Marina Bas-du-Fort verlassen wir am 13. Januar nachmittags, da wir in der kommenden Nacht ablegen werden. Es ist einfacher vom Ankerplatz
vor dem Hafen nachts abzulegen. Zwei Wecker wurden gestellt, damit wir sicher um 04:00 Uhr aufwachen. Durch den Rivière Salée (Salzwasserfluss der
die beiden Inselhälften von Guadeloupe trennt - siehe Bilder unten) kann man nur früh morgens fahren, da die beiden Brücken nur dann geöffnet werden.
Wir gehen um 04:20 Uhr Anker auf und fahren vor die erste Brücke in den Wartebereich - wir sind das einzige Boot (hoffentlich klappt das dann auch, denn man
hat uns gestern noch gesagt, dass aufgrund von technischen Problemen die Durchfahrt für einige Tage gesperrt worden sei und sie gerade jetzt wieder
das erste mal funktionieren müsste...).
Der Verkehr wird auf der Autobahn angehalten und die Brücke öffnet sich langsam. Das Signallicht sollte eigentlich von doppelt Rot auf Grün wechseln, aber
stattdessen ruft uns der Brückenwart etwas auf französisch zu. Da wir ihn auf die Distanz nicht verstehen, nähern wir uns und merken, dass er uns meint - also
fahren wir bei Signal doppelt Rot durch. Kurz hinter uns schliesst die Autobahnbrücke wieder und der Typ sagt uns noch, dass uns fünf Minuten bleiben bis
zur nächsten Brücke.
Behutsam, aber wegen den fünf Minuten etwas unter Druck, tuckern wir in stockfinsterer Nacht durch die Mangroven. Die Durchfahrt ist mit beleuchteten Bojen markiert, aber
man sieht die nächste Boje immer erst kurz bevor man die aktuelle Leuchtboje passiert hat. Da ich dachte es sei immer der direkten Linie zur nächsten Boje
zu folgen, hatten wir just in der letzten Kurve vor der zweiten Brücke eine leichte Grundberührung (nichts passiert). Die Wassertiefe im Fluss schwanken zwischen
7m und 2m - wenn man am richtigen Ort durchfahren würde also eigentlich kein Problem für unsere 1.60m, aber es ist halt noch immer finstere Nacht.
An der zweiten Brücke mussten wir dann ca. 20 Minuten warten, da nur eine Fahrbahn sofort öffnete und technische Probleme bei der zweiten Brücke bestanden. Für uns
war das Warten einfach - wir malten uns aus, wenn die Brücke nicht öffnen würde, wären wir für 48 Stunden hier im Fluss gefangen, denn am Sonntag öffnen die gar nicht...
Aber es klappte dann doch noch. Angetrieben vom Gehupe der verärgerten Autofahrer und dem Zuruf des Brückenwartes musssten wir uns noch während dem Öffnen des
zweiten Teiles durchzwängen... unnötig wegen den paar Minuten, aber wir beeilten uns. Der Rest des Flusses war anspruchsloser, aber die Mücken fühlten sich
bei Morgendämmerung recht stark zu uns hingezogen. Kratzen am Kopf, an den Beinen... aber wir sahen erst später wie viele der kleinen Biester überall waren.
Ende des Mangrovenflusses beginnt das Labyrinth durch die Riffe (siehe Plan auf Bild 2 unten). Alle hellblauenflächen sind Riffe die wir nicht passieren können,
aber die vom Schiff aus unsichtbar sind. Die + Zeichen bedeuten Korallenköpfe (hart wie Felsen und scharf wie Rasierklingen) die meist gerade unter der Wasseroberfläche
sitzen. Was auf dem Plan nicht so ersichtlich ist (in unserem Buch wurde aber darauf hingewiesen) ist, dass die grüne Boje nach der Flussausfahrt kaum sichtbar ist, da
sie sehr weit weg liegt. Eigentlich planten wir einen Stopp Ende Fluss um auf das Tageslicht zu warten, aber durch die Verzögerung bei der zweiten Brücke
hatten wir schon einiges an Tageslicht und den Vorteil, dass die Beleuchtung der Bojen noch an waren. So erkannten wir diese entfernte Boje recht gut, auch weil
plötzlich ein schnelles Motorboot an uns vorbei rauschte und uns so gleich auch den Pfad aufzeigte.
Im Fluss und im Riff gab es so gut wie keine Ströumung und auch der Seegang im Riff ist wie auf einem See - kleinste Wellen sonst nichts. Beim Verlassen des Riffes
hat es nochmals ein Bojentor. Links und rechts davon brachen sich die Wellen am Riff, was schon von weitem sichtbar war. Etwas erleichtert waren wir schon
als wir durch waren und die Segel auf offenem Meer setzten.
08. - 13.01.2012 Guadeloupe, Pointe-à-Pitre (PaP)
Nach dem Früstück verlassen wir diesen nassen Ankerplatz und motoren zur Marina Bas-du-Fort, die ca. 7 Seemeilen entfernt liegt. Kaum haben wir den Ankerplatz
verlassen, klart der Himmel auf und die Sonne zeigt sich wieder. Abends in der Marina verabschieden wir Cristina und Barry, die heute zurück in die
kalte Schweiz fliegen.
Wir gönnen uns ein paar Marinatage und machen uns an die Aufräumarbeiten. Die Marina hat grosse Waschmaschinen und Trockner und so wird die
Wäsche gewaschen, die Kabinen gereinigt und aufgeräumt und und und. Pünktlich erscheinen am Montagmorgen die Handwerker um unsere Sonnenschutzblenden über den grossen Salonfenstern zu liefern und montieren.
07. - 08.01.2012 Guadeloupe, Ankerplatz im Korallenriff "Gojave"
Es hat uns auf den Saintes so gut gefallen, dass wir beschlossen haben, möglichst spät wieder zur Hauptinsel zurück zu segeln. Aber ein bisschen Wetterreserve
musste schon sein und so legten wir noch eine Nacht in der Nähe von PaP - nämlich in Gojave - ein.
Der Weg zwischen den flachen Bereichen (Riffe bis unter die Wasseroberfläche) war zwar mir Bojen markiert, aber die engen Verhältnisse sorgten für Adrenalinschübe.
Der Ankerplatz war sehr gut. In guthaltendem Schlick auf 2.8m Wassertiefe lagen wir mit 20m Kette sicher auch als in der Nacht der Wind das
Boot durchschüttelte (bis 27 Kn). Das Wasser ist hier recht trüb und lud nicht zum baden ein. Die Nähe zu dem hohen vulkanischen Gebirge von Basse-Terre
bringt hier viel Regen - vielleicht mit ein Grund, dass Segler diesen Ort kaum anlaufen.
02. - 07.01.2012 Guadeloupe, Inselgruppe "Iles des Saintes"
Wir besuchten mehrere Buchten und konnten uns so ein recht gutes Bild von Les Saintes machen. Der Kontrast zwischen Dominica und hier könnte kaum grösser
sein. Dominica hat das kleinste Pro-Kopf-Einkommen/Jahr von allen karibischen Inseln und ist deshalb sehr ärmlich - aber dafür auch sehr urtümlich. Aber
hier sind wir in einer Feriendestination mit europäischem Flair gelandet. Schön herausgeputzte Touristeneinkaufsgässchen, bunte Häuser und französich-kreolische
Restaurants am Wasser. Kein Wunder, dass die Bewohner von Guadeloupe die Saintes regelmässig an Wochenenden und als Feriendestination besuchen. Die
Kursschiffe fahren mehrmals täglich zur Hauptinsel und bringen jeden Tag eine riesen Menge von Touristen.
Das klare Wasser an den Ankerplätzen und das schöne Wetter lud jeden Tag zum baden und auch schnorcheln ein. Speziell am Ufer der Ankerbucht Ilet à Cabrit
konnten wir viele verschiedene Fische und teilweise auch schöne Korallenstöcke sehen. Unser Schiffsnachbar - ein Franzose - war mit der Harpune unterwegs
und fing sich das Abendessen (einige Fische und zwei kleine Langusten). Er erzählte mir, dass er auch einige kleine Muränen gesehen hat (ca. 60-80 cm lang).
Die einzige Muräne die wir sahen war tod angetrieben worden - dies aber in einer anderen Bucht.
Durch den Venturi-Effekt (beschreibt das schneller fliessen von Wasser wenn es durch eine Enge getrieben wird) gibte es zwischen den Inselchen der Saintes
manchmal kleine Strömungen. Diese kann man beim Segeln zwar vernachlässigen, aber am Ankerplatz kann es passieren, dass das Schiff sich dreht. So standen wir
manchmal (meist nachts wenn der Wind schwächer wurde) mit dem Heck gegen den Wind, da die Strömung die Bootposition bestimmte. Diese Drehungen müssen beim
Ankern berücksichtigt werden.
Den neu eingerichteten Bojenfelder (sehr gute Bojenqualität!) trat ich anfänglich skeptisch gegenüber und dachte es sei wieder
mal ein schöner Platz zur Geldmaschine umgebaut worden. Aber ich lag falsch. Die Bojen sind sehr komfortabel, gerade wegen des Venturi-Effektes sehr praktisch und
nicht teuer. Wir bezahlten für unsere 14m nur 11 Euro pro Tag. Um ca. 08:00 Uhr und ca. 17:00 Uhr kommt ein kleines Motorboot von LSM (Les Saintes Multiservice),
zieht die Bojengebühr ein und bringt auf Wunsch auch frisches Baguette am nächsten Morgen (1.20 Euro pro Baguette). Ein sehr guter Service!
Wir besuchten das Bojenfeld ANSE A BOURG (vor dem schmucken Hauptort), den Ankerplatz ANSE A COINTE (Pain du Sucre), den Ankerplatz ANSE FIDELING und das
Bojenfeld ILET A CABRIT (was uns am besten gefallen hat).
Film von der Überfahrt Dominica nach les Saintes mit viel Wind und Welle. Mit Fock und Reff 2 im Grosssegel noch immer 7.5 bis 8 Knoten (SOG).
01.12.2011 - 02.01.2012 Dominica, Neujahr auf Dominica
Über den Jahreswechsel waren wir in Dominica. Hoch am Wind konnten wir anschliessend auf einem Bug zu den "Iles des Saintes" segeln.
ULANI, die Crew und auch die Gäste haben die beachtlichen Wellen gut überstanden und es war ein schöner Segeltag!
Nach dem regenreichen Dominica (ist ja offiziell auch eine der niederschlagsreichsten Region der Erde) sei es auf Les Saintes wesentlich
sonniger und trockener - versprach der Autor unseres Segelrevierführers. Um es vorweg zu nehmen: ja das können wir bestätigen!
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Bemerkung zum Papierausdruck:
Die neuesten Berichte sind am Anfang und die ältesten am Schluss.
Wer die Texte in chronologischer Reihenfolge lesen möchte,
sollte mit den Abschnitten am Schluss beginnen.
Alle Bilder können im Internet in einer grösseren Version betrachtet werden.
Besucht uns unter www.ochsenbein.ch
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